16. August 2011

Teefabrik

Teefabrik als Wohnort?

In einer chinesischen Teefabrik

Ich arbeite nun für Teekenner und wohne in einer Teefabrik. Einige von euch haben sicherlich nicht unbedingt positive Assoziationen bei dem Wort Fabrik. Auch ich stelle mir dabei normalerweise sofort eine hässliche Konstruktion mit hohen Schornsteinen vor, aus denen etwas Giftiges in die Atmosphäre ausgestoßen wird.

Unsere Teefabrik

Aber nun sehe ich die Teefabrik, in der ich mich eine Weile aufhalten werde, vor mir: ein großzügiges, aufgeräumtes, zweistöckiges Haus mit Küche und Schlafräumen in der oberen Etage und der Verarbeitungshalle im Erdgeschoss. Während der Tee verarbeitet wird, duftet das gesamte Haus nach einer frisch aufgebrühten Tasse grünen Tee. Verarbeitet wird in den Abendstunden, direkt nachdem die Blätter geerntet wurden. Zwei Männer tragen die ganze Nacht lang Bambuskörbe voll mit Teeblättern von einer Maschine zur anderen.

Die Kunst der Teeverarbeitung mit Cha Shi Fu

Die Teeverarbeitung an sich ist ein einfacher Prozess: Die Blätter werden unter verschiedenen Temperaturen getrocknet und gerollt. Doch die Herstellung eines hervorragenden grünen Tees ist wie das Kochen einer guten Mahlzeit. Der Koch muss die ganze Zeit dabei sein und schnuppern und kosten um herauszufinden, welche Zutat noch fehlt. Ein Cha Shi Fu (chinesisch für Tee-Meister) erkennt den Zustand der Teeblätter durch Anfassen, Aussehen und Geruch. Worin unterscheidet sich ein getrocknetes Teeblatt vom anderen? Er kennt das gesamte Spektrum dunkelgrüner Schattierungen und frisch-bitterer Duftkomponenten. Bei jedem Verarbeitungsschritt kontrolliert er, inwieweit die Teeblätter die charakteristischen Merkmale eines hochwertigen Tees bereits angenommen haben.
Ich hingegen darf diesen hochwertigen grünen Tee jeden Morgen genießen! Mein presönlicher Favorit ist Silver Needle Tee - oder einfach auf Chinesisch Yin Zhen Tee.