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Teekenner Service

Herbstliche Kräuterwanderung

3. November 2019

Herbstliche KräuterwanderungEin Streifzug durch heimische Wiesen und Wälder.

Draußen wird es kalt und die Tage werden kürzer. Die Natur atmet aus und erholt sich. Ein letztes Mal bevor der Winter kommt wollen wir durch die Wiesen und Wälder vor unserer Haustür streifen. Und die Schätze der Natur entdecken und verwerten.

Wir sind unterwegs mit Familie, Freunden und Sonja Walter, Kräuterpädagogin von der alten Schäferei in Kleinhöhenrain bei Feldkirchen-Westerham.


Liebe Leser, bitte pflückt und verwendet nur Kräuter, die ihr sicher kennt und bestimmen könnt.

 

Die HagebutteDie Hagebutte –  tolles Aroma und Vitamin C Quelle

Wer kennt die Hagebutte nicht aus seiner eigenen Kindheit? Aufgeknackt und als „Juckpulver“ verwendet. Hat man die Kerne der Hagebutte erstmal entfernt und die Haare an der Innenseite der Schale abgekratzt, bleibt nur die dicke, dunkelrote Schale der Hagebutte zurück. Und die ist äußerst schmackhaft. Das Aroma ist frisch, süß und leicht säuerlich. Vor allem ist die Hagebutte eine starke Vitamin C Quelle und stärkt das Immunsystem.

Man kann die Schalen einfach frisch essen oder trocknen und als Früchtetee verwenden. Unser Tipp: Schalen trocknen und als Zutat für das Müsli verwenden. Richtig lecker!  Als Tee kann man die Hagebutte wunderbar mit Pfefferminze oder Zitronenverbene kombinieren.
Übrigens: Die meisten Hagebutten-Tees aus dem Supermarkt enthalten häufig nur noch künstliches Hagebutten-Aroma und werden mit Hibiskus Blüten gestreckt.

 

Brombeerblätter TeeBrombeerblätter – heimischer Schwarztee

Die Brombeere begegnet uns überall in Deutschland. An Wegesrändern oder im Wald überwuchert sie nicht selten den ganzen Boden und man tut sich schwer ein Brombeergebüsch zu Fuß zu überwinden. Brombeerblätter können getrocknet und zerkleinert gut als Zutat für einen Kräutertee verwendet werden. Die Brombeerblätter sind reich an Gerbstoffen und Flavonoiden.
Sonja erklärt uns, wie man aus Brombeerblättern koffeinfreien Schwarztee herstellen kann:

  • Man lässt die frischen Blätter mehrere Stunden welken.
  • Anschließend die Blätter mit einem Nudelholz rollen und quetschen – so werden die Zellstrukturen der Blätter aufgebrochen.
  • Die Brombeerblätter jetzt mit etwas Wasser anfeuchten und in einem Leinentuch einschlagen und an einem warmen Platz mehrere Tage ruhen lassen.
  • Nach 2-3 Tagen entsteht durch den Oxidationsvorgang ein an Rosen erinnernder, herrlicher Duft.
  • Jetzt müssen die Blätter zügig getrocknet werden (z.B. in der Sonne oder im Ofen bei 100° Celsius)
  • Der Brombeertee ist jetzt fertig und muss licht- und luftgeschützt gelagert werden.


 

Wilder OreganoWilder Oregano – ein feines Würzkraut

Wer beim Wandern über heimische Wiesen die Augen offen hält, kann ihn kaum übersehen: den wilden Oregano. Im Herbst zeigen sich seine violetten Blüten. Sowohl die Blätter als auch die Blüten können zum Würzen von Speisen oder als Zutat für einen Kräutertee verwendet werden.

Blätter und Blüten haben einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen und wirken antiseptisch, desinfizierend und stark antibakteriell. Traditionell wird er bei Erkältungen, Husten und Halsschmerzen als Tee getrunken. In der Küche eignet sich der wilde Oregano zum Würzen von Salaten, mediterranen Gerichten, als Zutat beim Grillen und vor allem als gut bekanntes Pizzagewürz.
 


FrauenmantelFrauenmantel – ein Superfood für Frauen


Auch der Frauenmantel ist reich an wertvollen Gerbstoffen und Flavonoiden. Man erkennt ihn an seiner kelchartigen Form, die an einen Frauenmantel erinnert. Der Frauenmantel war schon im Mittelalter als Heilpflanze bekannt. Und auch die Römer wussten um die weibliche Heilkraft des Frauenmantels und weihten ihn der Göttin Venus.

Die Blätter und Blüten können als Tee oder frische Kräuterbeilage in der Küche verwendet werden. Der Frauenmanteltee kann während der ganzen Schwangerschaft getrunken werden (max. 1-2 Tassen pro Tag). Bewährt hat sich der Frauenmanteltee auch bei Menstruationsbeschwerden und bei hormonellen Umstellphasen der Frau, wie Pubertät und Wechseljahre. Da der Grundgeschmack des Frauenmantels etwas herb und adstringierend ist, sollte man den Frauenmantel als Tee getrunken mit anderen Kräutern mischen, z.B. mit Pfefferminze oder Zitronenthymian.

 

Sonja Walter mit SauerampferSauerampfer – äußerst schmackhaft als Suppe

Der Wiesen-Sauerampfer findet sich fast überall auf unseren Wiesen und Weiden. Er ist reich an Vitamin C und hat einen angenehmen leicht säuerlichen Geschmack. Mit den frischen Sauerampfer Blättern lässt sich eine feine, äußerst schmackhafte Suppe herstellen:

  • Klare Suppe mit Gemüsebrühe, Zwiebel und ggf. weiterem Gemüse aufkochen
  • Die frischen Sauerampfer Blätter waschen und in die aufgekochte Suppe geben
  • Kurz Aufkochen lassen und anschließend mit dem Pürierstab pürieren
  • Die Suppe kann noch mit etwas Sahne verfeinert werden

Sauerampfer sollte nicht in übermäßigen Mengen verzehrt werden, da er je nach Region und Standort größere Mengen Oxalsäure enthalten kann. Oxalsäure fördert die Entstehung von Nieren- und Blasensteinen.  Beim sammeln ist darauf zu achten, dass er nicht von überdüngten Wiesen gepflückt wird.

 

Indisches SpringkrautIndisches Springkraut – wohlschmeckende Samen

Das indische Springkraut oder auch Himalaya Springkraut stammt ursprünglich aus dem Himalaya und wurde 1839 aus Kashmir als Zierpflanze nach England importiert. Es verbreitete sich schnell über ganz Europa. Dazu trugen auch die Imker bei, die die Pflanze als Bienen-Futterpflanze ausgesät haben. Das Springkraut ist heute bei Imkern als weit verbreitete und robuste Blütenpflanze sehr beliebt. Denn durch den hohen Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft verschwinden immer mehr natürliche nahrungsspendende Blütenpflanzen für die Bienen.

Das beste am Springkraut sind die Samen. Von August bis Oktober erscheinen die Samenkapseln an den Zweigenden der Pflanze. Die reifen Samen zerspringen häufig schon, sobald man sie leicht mit den Fingern berührt. Du kannst sowohl die jungen, gelblich-weißen Samen, als auch die ausgereiften schwarzen Samen verwenden. Die Samen haben ein angenehm nussiges Aroma, das an schwarzen Sesam erinnert. Man kann sie vielfältig verwenden, zum Beispiel als Salatbeilage, im Müsli oder für Pesto. Die Grundregel lautet: Überall wo Nüsse verwendet werden, kann man auch die Samen des Springkrauts verwenden. Tipp: Leicht geröstet in der Pfanne sind die Samen besonders schmackhaft.

 

KapuzinerkresseKapuzinerkresse – die Heilpflanze der Inkas

Die Kapuzinerkresse kam erst im späten 17. Jahrhundert zu uns nach Europa. Davor war die Pflanze nur in einigen Ländern Südamerikas, wie zum Beispiel Bolivien, Chile und Mexiko bekannt. Kapuzinerkresse ist uns heute als wichtige Heilpflanze bekannt. Sie wirkt gegen Pilze, Bakterien und Viren. Man verwendet sie bei grippalen Infekten, Harnwegsinfektionen, Bronchitis und Muskelschmerzen.

Sowohl Blätter als auch Blüten können verzehrt werden. Das intensive Orange der Blüten ist eine willkommene Zutat für jeden Salat. Aus Blüten und Blättern kann man außerdem gut einen Kräuterquark oder eine Kräuterbutter herstellen.



Löwenzahn – gute Zutat für jeden Salat

Die jungen, leicht bitteren Blätter des Löwenzahns können als Salatzutat verwendet werden. Wurzel und Blätter können getrocknet werden und gut als Tee oder Tee Zutat verwendet werden. Löwenzahntee stärkt Leber, Gallenblase und Nieren.

 

Wir wünschen viel Spaß beim Entdecken auf deiner herbstlichen Kräuterwanderung!

 

Christian Beck