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Teekenner Service

10 Fakten über grünen Tee

7. Mai 2020
Frische First Flush Ernte
Überall in Chinas Bergen sieht man die Teegärten. Die Teepflanze mag es feucht und warm - sie mag jedoch keine stehende Nässe, weshalb die Teegärten meistens an den Berghängen angelegt sind.

1. Grüner Tee wird aus der Teepflanze Camellia Sinensis hergestellt.

Genauso wie schwarzer Tee, Oolong Tee und Pu-Erh Tee wird auch grüner Tee aus den Blättern der Teepflanze Camellia Sinensis hergestellt. Die Teepflanze stammt ursprünglich aus dem südchinesischen Hochland. Heute existieren unzählige Unterarten der Teepflanze, sogenannte Kultivare, die sich in Form, Wuchshöhe und im Geschmacksbild unterscheiden. Bestimmte Kultivare eignen sich besser für die Grüntee-Herstellung und andere zum Beispiel für die Herstellung von weißem Tee oder Oolong Tee.
 

2. Grüner Tee ist nicht oxidiert.

Im Gegensatz zum schwarzen Tee und Oolong Tee wird grüner Tee nicht oxidiert. Dazu dürfen die Teeblätter nach der Ernte nicht welken und werden möglichst rasch einer Wärmebehandlung unterzogen. Dabei werden die für die Oxidation zuständigen Enzyme Oxidase und Peroxidase durch Hitzeeinwirkung unwirksam gemacht.
 

Gedämpfter Shincha Grüntee
In Japan werden die Teeblätter gedämpft - dies ist zugleich die schonendste Variante der Grüntee-Verarbeitung. Hier im Bild frischer Shincha-Tee auf der Tee-Auktion in Kagoshima.

3. Die frischen Teeblätter werden gedämpft oder pfannenerhitzt.

In China werden die frischen Teeblätter traditionell pfannenerhitzt. Dazu werden große Wok-artige Pfannen aus Edelstahl erhitzt und die frischen Teeblätter darin einige Minuten gebraten. Die Pfannen haben eine Temperatur von über 100° Celsius. Die Teeblätter werden einige Minuten permanent in der Pfanne gewendet und Erhitzen sich kurzzeitig auf ca. 70° Celsius. Anders in Japan: Hier weden die Teeblätter üblicherweise im heißen Wasserdampf gedämpft.
 

4. Die beste Ernte für grünen Tee ist die erste Ernte des Jahres.

Nach den Wintermonaten treiben die Teepflanzen frisch aus – die jungen Triebe und frisch ausgetriebenen Blätter haben eine sehr hohe Konzentration an wertvollen Inhaltsstoffen und zeichnen sich durch ein blumig-frisches Aroma aus. Junge Grüntees haben eine höhere Konzentration an Aminosäuren und geben dem Tee milchige Geschmacksnoten. Die Sommerernte hat auf Grund der höheren Sonneneinstrahlung dagegen eine höhere Konzentration an Koffein. In China wird vielerorts traditionell nur die erste Ernte für die Herstellung von grünem (und weißem) Tee verwendet.
 

Teegarten in Fujian
Teegärten im nordöstlichen Fujian. Hier werden sowohl Grüntee-Kultivare als auch Oolong-Tee Kultivare angebaut.

5. Die besten grünen Tees stammen aus Japan und China.

In China gibt es unzählige Top-Anbaugebiete für grünen Tee. Zu den Besten Grüntees Chinas  gehören Long Jing aus der Provinz Zhejiang, Pi Lo Chun aus Suzhou, Mao Feng aus Huangshan, Mao Jian aus der Provinz Henan, Enshi Yulu aus der Provinz Hubei, um nur einige wenige zu nennen. Die Top-Anbaugebiete in Japan sind Kagoshima, Shizuoka und Uji. Zu den besten japanische Grüntees gehören Shincha, Gyokuro - der sogenannte Halbschatten Tee, Matcha, Sencha und Kukicha.
 

6. Grüner Tee enthält wertvolle Flavonoide und Aminosäuren.

Die Flavonoide im grünen Tee sind besonders begehrt, da man Ihnen eine starke antioxidative Kraft zuschreibt. Die Polyphenole gelten als besonders gesund und schützen laut diverser Studien vor vielen Zivilisationskrankheiten. Unter den Aminosäuren ist vor allem das L-Theanin hervorzuheben. Es überwindet die Blut-Hirn-Schranke und wirkt konzentrationsfördernd. Außerdem enthält grüner Tee zahlreiche wertvolle Spurenelemente. Auf Grund seiner Frische hat frischer grüner Tee noch einen sehr hohen Vitamingehalt.
 

Grüntee Kukicha aus Japan
Die übrig gebliebenen Stängel und Blattrippen aus der Matcha-Produktion werden zu Kukicha verarbeitet. Die Besonderheit: Der Kukicha-Tee hat sehr wenig Koffein.

7. Grüner Tee wird je nach Herkunft sehr unterschiedlich geformt und verarbeitet.

Je nach Region haben sich unterschiedlichste Methoden für das Formen der Grünteeblätter etabliert. Die Long Jing Teeblätter werden flach angedrückt, Mao Jian wird kunstvoll zu Haarspitzen geringelt und japanischer Grüntee wird längsgerollt zu hauchdünnen, langen Spitzen. Der Kreativität der Teemeister sind beim Formen der Teeblätter keine Grenzen gesetzt und man wird auf Reisen durch die Teeanbaugebiete Chinas stets aufs Neue überrascht.
 

8. Je frischer ein grüner Tee ist, desto besser der Geschmack

Grüner Tee lebt von seiner Frische. Anders als Oolong Tee, Pu-Erh Tee oder weißer Tee verliert der Tee nach der Herstellung schneller an Qualität und Aroma. Zur Haltbarmachung wird grüner Tee in Japan daher mit Stickstoff oder Vakuum verpackt. Grundsätzlich schadet Sauerstoff und Licht der Qualität des Tees. Luftdicht verpackt lässt sich grüner Tee auch gekühlt länger aufbewahren.
 

Zubereitung von grünem Tee
Grüner Tee kann nach westlicher Methode in der Teekanne zubereitet werden oder, wie hier im Bild, nach traditioneller Gong Fu Methode im Gaiwan.

9. Grüner Tee wird am besten mit 70 Grad heißem Wasser zubereitet.

Die besonders feinen blumigen und fruchtigen Aromen des grünen Tees bleiben bei einer niedrigeren Wassertemperatur besser erhalten. Im Gegensatz zu Oolong, weißem Tee und schwarzem Tee, wird grüner Tee in der Regel mit ca. 70° Celsius aufgegossen. Dafür nimmt man eine Teekanne mit glatter Oberfläche - z.B. eine Glasteekanne.

Grüner Tee eignet sich auch hervorragend für einen Kaltaufguss. Dazu wird der Tee mit kaltem Wasser aufgegossen. Der Tee muss anschließend mehrere Stunden ziehen.

Entscheidend für ein gutes Geschmacksbild ist auch die Wasserqualität. Zu hartes Wasser zerstört wertvolle Aromen. Achte auf den Hydrogencarbonat-Gehalt (HCO3), dieser sollte optimalerweise bei 15-20mg/L liegen.

 

Tea tasting grüner Tee
Die frisch aufgebrühten Teeblätter duften herrlich nach Blumen.

10. Grüner Tee wirkt nach TCM kühlend auf den Körper.

In der traditionellen chinesischen Medizin gilt grüner Tee als kühlend. Man trinkt ihn daher bei warmen Wohlbefinden. Besonders gut ist grüner Tee an heißen Sommertagen zur Abkühlung. Bei Kälteempfinden sollte man lieber auf die wärmenden, höher oxidierten Oolong Tees oder Schwarztees ausweichen.

 

Genussvolles Teetrinken wünscht das Teekenner-Team!

Christian Beck