facebook googleplus instagram twitter youtube
Beratung:
+49 (0)89 921 310 010
Teekenner Service

Ein junges Paar kultiviert griechischen Bergtee

16. Oktober 2018

Im Gespräch mit Panos und Vagia, die bereits seit 2 Jahren griechischen Bergtee anbauen.

Wir haben Sie im Sommer 2018 in Ihrem Heimatdorf Metamorfosi in Nordgriechenland besucht. Ein spannender Erlebnisbericht zu unserer Tee-Reise nach Griechenland erwartet Sie in dem Artikel "von Braunbären und griechischen Bergteebauern".

Alle griechischen Bergtees von Panos und Vagia finden Sie im Online Shop unter der Kategorie Kräuter.

 

Interview von Christian Beck, Teekenner

Teekenner: Wie kam Euch die Idee Sideritis Bergtee anzubauen?Griechischer Bergtee-Produzent Panos

Panos & Vagia:
Die Idee hatte meine Frau. Sie hat an der Aristoteles Universität in Thessaloniki Agrarökonomie studiert und las Studien über die positiven Effekte der Sideritis-Pflanze. Sie war vor allem von der Studie der Ghenian Universität beeindruckt – diese Studie zeigt die zahlreichen positiven Effekte gegen Alzheimer. Außerdem hat meine Familie bereits in mehreren Generationen Sideritis angebaut. Also entschieden wir uns, es zu versuchen.

Welche Geschichte haben die alten Felder hinter Eurem Bergdorf und was wurde in den vorherigen Generationen dort angebaut?

Viele Jahre zuvor wurden hier Weizen, Mais und Bohnen angebaut. Die Felder haben die Generation meiner Großeltern und das ganze Dorf mit Lebensmitteln versorgt. Später wurden die Felder aufgegeben und verwilderten. Zuletzt kultivierte mein Großvater Sideritis-Tee im Jahr 2000 und wir begannen im Jahr 2015 erneut, die Felder zu säubern und griechischen Bergtee anzubauen.

Könnt Ihr uns mehr zur Geschichte des Bergtees in Eurem Dorf erzählen?Bergdorf Metamorfosi

Mein Dorf hat eine lange Geschichte im Sideritis-Anbau. Zwei Bergdörfer begannen den sonst nur wild-wachsenden Sideritis-Bergtee erstmalig auf Feldern zu kultivieren. Mein Dorf war eines davon. Wir sind typischerweise Teefarmer der vierten Generation, wobei es im Laufe der Jahrzehnte immer wieder Unterbrechungen im Anbau gab. Meine Großmutter begann mit der Kultivierung des griechischen Bergtees in den 1960er Jahren. Sie hat uns auch beigebracht, wie man den Bergtee richtig anbaut.

Was war Euer bester Moment, was war der Härteste?

Der beste Moment war, als wir die das erste Mal mit der Ernte begannen. Der härteste Moment war einige Wochen später als wir fast mit der Ernte fertig waren und es dann 15 Tage lang immer wieder regnete. Der Bergtee konnte nicht trocknen und ein großer Teil der Ernte war zerstört. Das Erntegut wird in speziellen Trocknungsräumen unter natürlichen Bedingungen getrocknet.

Wie organisiert Ihr Euch zu Erntezeit?Frisch geernteter griechischer Bergtee

Wenn die Pflanzen stellenweise zu blühen beginnen, ist der optimale Erntezeitpunkt für die Rispenstängel der Sideritis-Pflanze. Jede Pflanze hat Ihren optimalen Blütestand zu einem etwas unterschiedlichen Zeitpunkt, d.h. wir müssen über mehrere Wochen ernten. Die Ernte erfolgt per Sichel mit der Hand. Aber auch das Trocknen und Abpacken ist Handarbeit. Das bedeutet viel Arbeit, d.h. die ganze Familie hilft mit und wir verbringen viele Stunden auf den Feldern.

Wann wird der griechische Bergtee geerntet?

Die Ernte beginnt Ende Mai und dauert bis weit in den Juni. Je nach Witterungsbedingungen beginnt die Ernte in einem Jahr früher und in einem anderen Jahr später.

Euer Bergtee ist wirklich herausragend gut – was ist das Geheimnis?Trocknung Bergtee

Es gibt kein Geheimnis – wie du selbst gesehen hast liegen unsere Felder auf ca. 1.000 Metern Meereshöhe in den Vourinos-Bergen (Naturpark Natura 2000). Die Höhenlage ist für qualitativ hochwertigen Bergtee entscheidend. Außerdem ist das Mikroklima der Gegend ideal – d.h. trockene Sommer mit viel Sonne und regenreiche Winter. Unsere Arbeit machen wir mit dem notwendigen Respekt vor der Natur. Wir ernten zum richtigen Zeitpunkt und wir trocknen und lagern den Bergtee nach allen Regeln der Kunst, wie es uns meine Großmutter beigebracht hat.

Was bedeutet für Euch der Bio-Anbau?

„Bio“ bedeutet du bekommst ein pures und gesundes Naturprodukt von uns. Das ist uns besonders wichtig, wir haben die Felder von meinen Eltern bekommen und wir werden sie an unsere Kinder weitergeben.

Worin liegt der Unterschied im Geschmack zwischen den Sideritis-Sorten Raeseri und Scardica?

Der Sideritis Raeseri hat Zitrusnoten, der Scardica schmeckt dagegen würziger.

Trinkt Ihr Euren griechischen Bergtee auch selbst? In welchen Momenten?Zubereitung griechischer Bergtee

Wir können uns glücklich schätzen, denn wir können den ganzen Tag Tee trinken und das tun wir auch. Es gibt keine speziellen Momente. Besonders im Sommer haben wir immer eine Flasche Bergtee im Kühlschrank – der Tee ist ein fantastisches Erfrischungsgetränk.

Habt Ihr noch Tips für die Zubereitung?

Man muss kein kochendes Wasser verwenden. Wir verwenden eine Glasteekanne oder leere Teebeutel, füllen sie mit Bergtee und übergießen den Tee mit ca. 90-95° heißem Wasser und lassen ihn ca. 4-5 Minuten ziehen. Der Tee ist gut, so lange die Farbe nicht zu dunkel ist. Man kann die Teeblüten auch mit heißem Wasser kurz waschen, d.h. der erste Aufguss wird nach wenigen Sekunden weggeschüttet. Das muss man aber nicht machen. Wer mag kann auch ein wenig Zitrone beigeben und den Tee mit etwas Honig süßen. Im Kühlschrank ist ein Aufguss auch längere Zeit haltbar und man hat ein tolles Erfrischungsgetränk.

Was sind Eure Pläne für die Zukunft?Sideritis Bergteefeld

Wir möchten auch zukünftig die beste Menge an qualitativ hochwertigem griechischem Bergtee (Sideritis) produzieren und den Tee weiteren Menschen zugänglich machen. Außerdem möchten wir versuchen Oregano, kretischen Diptam und Schlüsselblumen anzubauen.

 

Wir wünschen genussvolles Teetrinken!

Christian Beck