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Teekenner Service

Teelexikon

Teesommelier Martin Kienreich

Interview mit einem Tee-Experten

Martin Kienreich ist Autor des Buches FAQ Tee Nach dem Erstlingswerk FAQ Kaffee, das sich bereits viele tausend Male verkauft hat, ist nun das zweite Buch aus der FAQ Edition ganz dem Thema Tee gewidmet. FAQ Tee sprudelt nur so vor interessanten Details und lebendigen Fotos. Außerdem findet man sich Dank des gut strukturierten Inhaltsverzeichnisses sehr gut zu Recht und man findet gleich was man sucht. Grund genug dieses geniale Nachschlagewerk im Teekenner-Sortiment aufzunehmen und Martin ein paar persönliche Fragen zu stellen: Hast du heute (Morgen) Tee oder Kaffee getrunken?
Beides, wie fast jeden Tag. War es früher fast immer Kaffee, so ist es heute am Morgen (wenn Zeit ist) immer beides. Kann man gleichzeitig Tee- und Kaffeelieber sein?
Ja natürlich, deshalb bin ich der Meinung, dass diese Frage immer falsch gestellt wird: Tee oder Kaffee? – das ist doch keine Entscheidungsfrage! Das eine schließt ja das andere nicht aus, sondern ergänzt es eigentlich sehr gut. Was hat dich motiviert das Projekt FAQ Tee in Angriff zu nehmen?
Ich habe begonnen, mich mit Tee zu beschäftigen, woraus sich nahezu ein Suchtverhältnis entwickelt hat, noch mehr und stärker in die Materie einzutauchen. Wie lange hast du an „FAQ Tee“ gearbeitet?
Fast 2 Jahre… Was hat dich bei deinen Recherchen an FAQ Tee am meisten beeindruckt?
Die nicht enden wollende Vielfalt des Tees, die – und das werden meine Kaffeefreunde nicht gerne hören – weit über der des Kaffees liegt! Wie hat sich deine Einstellung zum Tee durch FAQ Tee geändert?
Vom Heißgetränk zum allerhöchsten Genussmittel! Welche Entwicklung prophezeist du der Teebranche hierzulande?
Ich hoffe, dass sich die vielen Teeläden verändern: in Richtung Innovation und Erlebnis! Und dass der hochwertige Tee Einzug in die Gastronomie hält.  Ansonsten glaube ich, dass die Spezialitäten weiter im Vormarsch sein werden, sowohl im Tee- als auch im Kräuterbereich. Möchtest du den Lesern sonst noch etwas sagen?
Ja, mehr probieren! Sorten, Länder, Menge, Ziehzeit, Verkostung – alles selber probieren und sich so seine eigene Teewelt aufbauen.   Das Buch beantwortet folgende Fragen über Tee     Wie haben sich die Wörter „Tee und Cha“ verbreitet?
    Warum wird der Tee gerollt?
    Wirkt Tee anregend oder beruhigend?
    Woher stammen die teuersten Tees der Welt?
    Gibt es natürlich vorkommende koffeinfreie Teepflanzen?
    Warum soll das Wasser beim Aufguss von Grüntee nicht kochen?
    Ist Teein und Koffein das Gleiche?
    Wann ist der Tee sein Geld wert?
    Wo liegen die aktuellen Trends am Teesektor?
    Ist die Milch im Tee ein No-Go?   Genussvolles Teetrinken wünschen das Teekenner-Team! Christian Beck


Pu-Erh Teemeister Feng

Interview mit Herrn Feng - Pu-Erh Tee Meister

Traditionelle Teekultur Generationsübergreifend Seit wann beschäftigst du dich mit Tee?
"Tee hat mein Interesse bereits in meiner Kindheit geweckt und als ich 1994 zum Bürgermeister von Wencha gewählt wurde, stellte ich mit Bedauern fest, dass viele Teegärten ungepflegt waren. Ich begann nach und nach die  Gärten zu pachten und startete die Rekultivierung." Woher und wie kamst du zu Tee?
"In unserer Gegend ist Tee eine generationsübergreifende Tradition, angefangen wird mit dem Pflücken, dann lernte ich über den Anbau die Verarbeitung kennen, heute mit Teekenner lerne ich Tee zu exportieren." Wann wurde die Teefabrik hier in Wencha gebaut und wer half dir dabei?
"1994 begann zusammen mit meinen Verwandten diese Produktionsstätte aufzubauen, heute gibt es drei Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche von 4500qm." China entwickelte sich rasch und verändert sich fortwährend, auch im Teegeschäft. Welche Veränderungen gab es im Pu-Erh Bereich?
"Ich sehe die Zukunft von Pu-Erh mit großem Optimismus, speziell bei Tee aus meiner Region. Es gibt hier die weithin bekannten und ältesten Bäume vom Ailao Berg, die sich wegen ihres originären Geschmacks steigender Nachfrage erfreuen. Die Anbaufläche ist allerdings beschränkt ist. Dies führte zu einer Preisverdopplung von 2005 bis 2013." Neben deiner Teeunternehmung hast du eine Grundschule gebaut, wie kommt es dazu und wie viele Schüler sind bereits weiter auf die Mittelschule gegangen?
"Vor 14 Jahren habe ich die Kinder in einer herunter gekommenen Schule lernen sehen. Es bestand sogar die Gefahr des teilweisen Einsturzes. Auf meine Initiative hin wurde eine neue Schule gebaut, die beste am Hua Berg. Insgesamt werden hier 200 Kinder unterrichtet und 50 Kindern rücken jährlich auf die Mittelschule." Hast du Pläne die Schule zur Mittelschule auszubauen? Welche Rolle spielt Tee in der Schule?
"Nach den aktuellen Gesetzesvorschriften gibt es keine Möglichkeit der Erweiterung. Als ich die Schule bauen ließ gab ich ein Stück meines Teegartens an die Schule und die Schüler lernen nun auch den Teeanbau, die Pflückung und gewinnen Einblicke in die Verarbeitung. Tee wird somit zum sozialen Gut, begleitet die Schüler und verknüpft sich mit der Herkunft der Kinder." Beschreibe uns bitte kurz deine Teegärten im Vergleich zu Plantagen?
"Teegärten werden nach der Anordnung, dem Alter und der Art der Vermehrung der Teebäume eingeordnet. In alten Teegärten stehen die Bäume punktuell, nicht in ordentlichen Reihen und das Alter muss mindestens 50 Jahre alt sein um den Tee als Arbor, Dashu oder Gushu vermarkten zu können. Die Pflanzen heutiger Plantagen werden aus geschnittenen Zweigen alter Teebäume vermehrt und eingepflanzt, dass führt zu schnellem Ertrag, bereits im zweiten Jahr kann gepflückt werden, aber die Pflanzen können nicht sehr alt werden, das geht nur, wenn sich die Pflanzen aus dem Samen entwickeln konnten, hierbei kann erst nach mehreren Jahren gepflückt werden." Wie kann ich den Unterschied zwischen Alten Bäume Tee und Plantagen Pu-Erh schmecken?
"Alte Bäume Tee hat eine sehr klare Blattader und der Blattrand hat eine unregelmäßige Zahnung. Die Blattrückseite ist weniger haarig und insgesamt ist das Blatt dicker als das Plantagen Blatt.  
Der Geschmack ist bodenständiger, kräftiger und nachhaltiger, wohingegen Plantagen Pu-Erh stärker duftet, aber schneller an Geschmack verliert.
Alte Bäume Blattgut ist ledriger und elastischer und wegen der tiefen Wurzeln nimmt das Blatt  auch mehr Elemente aus der Erde mit auf, bei sehr alten Bäumen kommt der berühmte mineralische Geschmack durch." Was ist der originäre Geschmack von Ailao Bergtee?
"Im Vergleich zum benachbarten Wuliang Berg ist unser Tee etwas sanfter und der Abgang ist ausgeprägter." Hier am Hua Berg stehen auch ein paar extrem alte Bäume - wie alt ist dein Garten?
"Hier gibt es tausendjährige Bäume und in meinem Garten sind die ältesten Bäume keine 300 Jahre alt." Wie sieht dein täglicher Teekonsum aus?
"Ich trinke meist nur meinen Tee und mir schmeckt am besten der 2012er Sheng Pu-Erh und Shu Pu-Erh." Genussvolles Teetrinken wünscht das Teekenner-Team! Michael Ellenrieder    



J

Jasmintee

ist ein aromatisierter Tee. Er wird durch die Beigabe von Jasminblüten zu Grünem Tee oder deren Dämpfen aromatisiert. Je nach Qualität der Jasminblüten schwankt auch die Qualitätsstufe dieses Tees.



K

Kandiszucker

ist eine kristallisierte Zuckerlösung. Er wird in verschiedenen Varianten angeboten: vom Stangenkandis bis hin zum Krümelkandis. Er wird vor allem zum süßen von Tee benutzt, um eine angenehme, sanfte Süße zu erreichen.



L

Lapacho

ist eine Baumart Mittel- und Südamerikas. Er wird von den Einheimischen auch Baum des Lebens genannt. Die Inkas verwendeten die Innenrinde des Baumes zur Herstellung von Tee. Dieser Tee enthält kein Koffein, ist aber reich an Eisen, Calcium und Spurenelementen. Man sagt ihm eine anregende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt nach.


Lapsang Souchong

siehe Souchong. Echter Lapsang Souchong ist sehr selten und kommt aus der Provinz Fujian. Die Nachfrage ist groß, doch aufgrund des kleinen Anbaugebietes ist das Angebot entsprechend niedrig.



M

Mariias Teereise - Ankunft

Mariias Teereise - Ankunft im Land des grünen Tees

8500 km von der Heimat entfernt - für Teekenner Hier in China ist alles so anders im Vergleich zu Europa. Das Erste, was ich nach meiner Ankunft am Flughafen Wuhan, eine Stadt im östlichen Teil Chinas, bemerkte war kein chinesischer Tee, sondern der Lärm. Aus allen Ecken ertönt irgendein Geräusch: Menschen, öffentliche Verkehrsmittel, Tiere, Elektroleitungen, sogar Gebäude und Monumente scheinen Lärm zu erzeugen. Aber diese Geräusche sind nicht mit dem typischen Lärm aus europäischen Großstädten zu vergleichen, wo alles und jeder seinem Geschäftstreiben nachgeht. Dieses Lärm entstammt der Kommunikation: Zwischenmenschliche Interaktionen im Autogemenge, im Austausch von Neuigkeiten in einem der zahlreichen Teehäuser oder einfach nur auf den Straßen machen diese Stadt sehr lebhaft und voll von Emotionen. Mariias Herausforderung auf der chinesischen Bio-Teefarm Jeder hier unterhält sich miteinander - bis auf den General Manager (Zong im Chinesischen) und mich, denn ich spreche kein Chinesisch und er kein Englisch. Zong betreibt eine organische Teefarm, auf der grüner Tee (Mao Jian), weißer Tee (Silver Needles) und schwarzer Tee angebaut wird. Ich bin hier, um das Qualitätsmanagement der Bio Teefarm zu verbessern. Zong holte mich vom Flughafen ab und brachte mich zu einem naheliegenden Hotel, in dem ich einige Tage vor meinem offiziellen Arbeitsbeginn übernachten werde. Chinesische Gastfreundschaft Meine Pläne für diese Tage waren eigentlich klar: Mich in die Arbeitsunterlagen einzuarbeiten und meine Forschungsarbeit zu beginnen. Daraus wurde nur überhaupt nichts, denn sofort nach meiner Ankunft wurde ich zum Essen und in diverse Teehäuser auf eine Tasse grünen Tee eingeladen, Geschäftspartnern und Freunden vorgestellt und durch die Stadt und deren Umgebung geführt. Und all das ohne sich auch nur im Geringsten sprachlich verständigen zu können! Das nennt man dann wohl chinesische Gastfreundschaft.   Biotee ist Ehrensache - Erste Eindrücke Teeanbau ist etwas, worauf man stolz sein kann. Vor allem, wenn man den grünen Tee biologisch anbaut. Dies war der erste und zugleich bedeutendste meiner Eindrücke hier in China.
Eine der schillerndsten Persönlichkeiten in dieser Branche ist Sugar Daddy, der Chef eines kleinen Teehauses in Wuhan City. Er bietet verschiedene Sorten grünen Tee an und besitzt eine kleine Bibliothek über die Geschichte der Tea Cooperation in China. Sugar Daddy gibt gern jedem ein paar Details aus seinem umfangreichen Wissen über den Teeanbauprozess preis. Gerne hält er für Teekenner einen kleinen Vortrag zum Thema "Grüner Tee - Wirkstoffe, Wirkung auf unsere Gesundheit und Zubereitung". Bio-Teebauern Chinesen trinken gern qualitativ hochwertigen grünen Tee. Sie lieben den Geschmack, den Geruch und die Atmosphäre, die mit der Zubereitung entsteht. Und natürlich lieben sie ihre Teebauern. Diejenigen, die den grünen Tee auf biologische Weise anbauen, genießen einen besonderen Respekt, denn auf diese Art und Weise kümmern sie sich um ihre Mitmenschen und um ihr Heimatland (dies ist eine sehr wichtige Charaktereigenschaft eines Mitglieds der chinesischen Kultur). Erstens wird durch die Anwendung ausschließlich natürlicher und mechanischer Methoden ein Tee hergestellt, der keine Schadstoffe enthält und demnach gesund ist. Und zweitens wird die Umwelt geschont. Dies ist vermutlich der Grund, aus dem Zong jeden verbessert, der „Xianshan“ - Teeproduzent sagt, denn für ihn heißt es schlicht: „Bio-Teeproduzent“.   Das Teegeschäft - Erste Begegnung mit dem grünen Tee Endlich darf ich anfangen, für Teekenner zu arbeiten. Mein erstes Ziel: ein Bioteegeschäft in einer kleinen Stadt in der Provinz Hubei. Da grüner Tee in diesem Geschäft nicht nur verkauft, sondern auch präsentiert, zubereitet und verkostet wird, müssen die Geschäftsräume ansprechend aussehen und kundenfreundlich sein. An der linken Wand sowie an den vorderen Wänden sind dunkle Holzregale angebracht, auf denen zahlreiche Sorten von Grüntee stehen, von denen ich noch nie gehört habe, so wie Tian Mu Qing Ding. Alle Teesorten werden in China als loser Tee angeboten. An der rechten Wand kann man eine Sammlung Teekessel bewundern. In der Mitte des Raumes stehen ein flacher Holztisch und dunkle Ledersessel, wo die Kunden sitzen und grünen Tee probieren können. Er wird in kleinen Tassen oder Gläsern serviert, so dass sie den Tee riechen, schmecken und betrachten können. Kleine Tassen für wahre Teekenner Wenn Chinesen mit Freunden oder mit der Familie grünen Tee trinken, benutzen sie ebenfalls kleine Tassen, und das hat außer den genannten Gründen noch zwei weitere: man genießt den Tee mehr, wenn man ihn langsam trinkt und außerdem macht es Spaß, den anderen gelegentlich nachzuschenken.   Der Weg zur Grüntee-Plantage - Malerische Landschaft Mit den erforderlichen Unterlagen, die ich im Geschäft erhalten habe, brechen wir auf in Richtung Mutbo, einem kleinen Dorf inmitten einer wunderschönen gebirgigen Landschaft. In Mutbo befinden sich die Bio-Teeplantage und die Verarbeitungsstätte, die ich besichtigen möchte. Dort werde ich in den kommenden drei Wochen für Teekenner arbeiten, wohnen und mich ausgiebig mit dem grünen Tee beschäftigen. Je weiter wir uns unserem Ziel nähern, desto schöner wird es um uns herum. Hohe Berge mit steilen, waldbewachsenen Hängen und kleine Ackerflächen mit grauer und rötlicher Erde wechseln sich ab. Die Seen am Fuße der Berge spiegeln den blauen Himmel und die weißen Wolken wider, so dass man sich nicht sicher ist, wo oben und wo unten ist.   Ankunft und erste Eindrücke von der Teeplantage Ich kann es kaum erwarten, die Teeplantage zu sehen und mehr über grünen Tee zu erfahren. In dieser Umgebung muss die Plantage einfach traumhaft sein. Wir fahren eine weitere halbe Stunde in Serpentinen bergauf und über den Gipfel hinweg, dann steigen wir aus. Nach weiteren zehn Minuten Fußmarsch bergab durch den Wald stehe ich bei den Betriebsgebäuden der Plantage. Sie bestehen aus drei Häusern, in denen die Teepflücker und andere Arbeiter sich ausruhen und essen können. Man begegnet mir mit Neugier und Gastfreundschaft. “Hi! Ich bin hier, um die Anlage zu fotografieren”, erkläre ich. Ein paar jüngere Mädchen gehen daraufhin sofort in Deckung... Menschen auf der Teeplantage Nachdem ich kurz von meinem Beruf und Vorhaben erzählt habe, entspannen sich alle ein wenig, und ich darf ein paar Fotos machen und sogar Filme drehen. Mein Wortschatz reicht nicht aus, um diese Menschen zu beschreiben. “Erwachsene, die Kind geblieben sind”, trifft es vermutlich am ehesten.   Im nächsten Blog geht die Teereise weiter...


Besuch in Fuding

Mariias Teereise - Im Teegarten

Der beste Platz für den besten grünen Tee Schließlich gelange ich auf die Plantage. Von Wäldern eingerahmt, ist dies sicherlich der am besten geeignete Platz, um biologischen Anbau vom grünen Tee vorzunehmen. Die Mao Jian Teesträucher wurden auf einem hoch gelegenen Berg mit steilen Hängen gepflanzt, der einen atemberaubenden Blick auf die Landschaft bietet. Was macht einen guten Bio-Teegarten aus? Die Plantage ist relativ groß, und ich versuche jede Ecke und jeden Winkel zu fotografieren. Währenddessen erklärt mir der Leiter des Teegartens, wie man eine Bioplantage von einer herkömmlichen unterscheiden kann: “Wenn Spinnen in den Sträuchern sitzen, wurden keine Chemikalien verwendet. Wir achten sehr genau auf die Pflanzen, damit wir den Bio-Status aufrechterhalten und jedem Teekenner ein natürliches und gesundes Getränk liefern können. Zum Beispiel besitzen wir ein Düngesystem, mit dem wir nur die Bereiche gleichmäßig düngen können, die es gerade brauchen.“ Ich nicke zustimmend. Teefabrik als Wohnort? Ich arbeite nun für Teekenner und wohne in einer Teefabrik. Einige von euch haben sicherlich nicht unbedingt positive Assoziationen bei dem Wort Fabrik. Auch ich stelle mir dabei normalerweise sofort eine hässliche Konstruktion mit hohen Schornsteinen vor, aus denen etwas Giftiges in die Atmosphäre ausgestoßen wird. Unsere Teefabrik Aber nun sehe ich die Teefabrik, in der ich mich eine Weile aufhalten werde, vor mir: ein großzügiges, aufgeräumtes, zweistöckiges Haus mit Küche und Schlafräumen in der oberen Etage und der Verarbeitungshalle im Erdgeschoss. Während der Tee verarbeitet wird, duftet das gesamte Haus nach einer frisch aufgebrühten Tasse grünen Tee. Verarbeitet wird in den Abendstunden, direkt nachdem die Blätter geerntet wurden. Zwei Männer tragen die ganze Nacht lang Bambuskörbe voll mit Teeblättern von einer Maschine zur anderen. Die Kunst der Teeverarbeitung mit Cha Shi Fu Die Teeverarbeitung an sich ist ein einfacher Prozess: Die Blätter werden unter verschiedenen Temperaturen getrocknet und gerollt. Doch die Herstellung eines hervorragenden grünen Tees ist wie das Kochen einer guten Mahlzeit. Der Koch muss die ganze Zeit dabei sein und schnuppern und kosten um herauszufinden, welche Zutat noch fehlt. Ein Cha Shi Fu (chinesisch für Tee-Meister) erkennt den Zustand der Teeblätter durch Anfassen, Aussehen und Geruch. Worin unterscheidet sich ein getrocknetes Teeblatt vom anderen? Er kennt das gesamte Spektrum dunkelgrüner Schattierungen und frisch-bitterer Duftkomponenten. Bei jedem Verarbeitungsschritt kontrolliert er, inwieweit die Teeblätter die charakteristischen Merkmale eines hochwertigen Tees bereits angenommen haben.
Ich hingegen darf diesen hochwertigen grünen Tee jeden Morgen genießen! Mein presönlicher Favorit ist Silver Needle Tee - oder einfach auf Chinesisch Yin Zhen Tee. Teeverarbeitung - Chinesisches Bergland - das berühmte Teeanbaugebiet Jeder hier weiß, wie man Tee anbaut und verarbeitet. Dank der günstigen klimatischen Bedingungen wird in dieser Gegend schon seit Jahrhunderten Tee angebaut, und daher sind auch die meisten Einwohner zumindest zeitweise in die Teeproduktion eingebunden. Wer sich auf den Teeanbau spezialisiert hat, besitzt, ebenso wie viele Angestellte der Teeplantage, ein außerordentlich detailliertes Fachwissen, was mir sehr dabei geholfen hat, mir ein Bild über den Gesamtprozess des biologischen Teeanbaus zu verschaffen. Dieses Wissen gebe ich ich gerne an Teekenner - Leser weiter. Bioloischer Teeanbau im Detail Teesträucher werden in höheren, hügeligen Lagen gezogen, in denen sie viel Sonne und auch genügend Regen bekommen. Wenn man die Bioplantage länger nutzen möchte, muss man darauf achtgeben, dass die Pflanzen gesund und die Böden fruchtbar bleiben. Die meiste Arbeit besteht darin, die Teepflanze - auf unserer Plantage die Mao Jian Pflanze - von Beginn an zu kräftigen und die Erde vor Erosion zu schützen. Während des Wachstums verleiht man den Sträuchern die Form, bei der das Pflücken am wenigsten anstrengt. Viele erntereife Teeplantagen weisen daher einheitlich niedrige Pflanzen in geraden Reihen auf. Die Teepflücker laufen die Reihen ab und pflücken immer nur die obersten Triebe mit zwei oder drei Blättern. Ausschließlich die jüngsten, gerade erst gewachsenen Blätter und Triebe enthalten eine ausreichende Menge an Tannin, Koffein und anderen Stoffen, die einen qualitativ hochwertigen Tee ausmachen. Daher sieht man im Teeglas nach dem Aufguss nur grüne Triebe und junge Blätter.
Alles in allem brauchen die Teebauern und alle damit verbundenen Experten für den biologischen Anbau vom grünen Tee eine Menge Erfahrung, Geschicklichkeit und Ausdauer, um einen Tee herzustellen, der sich mit allen Sinnen genießen lässt. Mein letzter Tag in der Provinz Hubei Dies ist mein letzter Tag hier in Hubei. Meine Arbeit ist getan, der Bericht für Teekenner wurde vorgestellt und heute Abend steige ich in den Zug nach Hangshou City, um mich weiteren Aufgaben von Teekener zu widmen. Obwohl ich es immer genieße, neue Orte zu entdecken und andere Menschen kennen zu lernen, bin ich gerade ein wenig traurig darüber, dass ich diese Teeplantage nun verlassen muss. Diese wunderbare Landschaft und die freundlichen Menschen muss man einfach ins Herz schließen. Abschiedsessen auf Chinesisch Natürlich wird ein “Good-Buy-Dinner” ausgerichtet. Familie, Freunde und Angestellte des Teebauern setzen sich zusammen an einen Tisch und wünschen sich gegenseitig eine weiterhin gute Zusammenarbeit. Dieses Ereignis ist – wie so viele in China – sehr traditionell. Zu Beginn und nach dem Essen wird grüner Tee gereicht, der aromatische Mao Jian, zunächst für die wichtigsten Gäste und schließlich auch für den, der ihn serviert. In diesem Fall bekomme ich zuerst, dann die Regierungsvertreter und Kunden, daraufhin die Angestellten und die Gastgeber. Mehr als ein Dutzend verschiedene Gerichte werden aufgetragen. Einige davon werden in die Mitte des Tisches auf Stövchen gestellt. Stäbchen, kleine Schüsseln und Porzellanlöffel dazu und in der Mitte des Tisches eine runde Scheibe, die sich drehen lässt. Für einen Chinesen keine Besonderheit, aber sehr erstaunlich für einen ausländischen Gast wie mich. Das wichtigste und vielleicht schwierigste Detail beim Essen ist das Heben des Glases. Beim ersten Mal wird es von allen gleichzeitig gehoben, bei den darauf folgenden Gelegenheiten prosten sich die Gäste gegenseitig zu, wobei die Reihenfolge eine wichtige Rolle spielt. Als erstes prostet man demjenigen zu, der das Mahl ausgerichtet hat, dann den anderen Gästen, wobei die Reihenfolge ihrem sozialen Status entspricht.
Es ist immer schwierig, sich die Namen und Berufe der acht bis zehn Gäste zu merken, die einem gleich zu Beginn nacheinander vorgestellt wurden. Es gibt einen Trick, den ich in solchen Situationen verwende (und den auch die Chinesen nutzen): Man kann jeder Person nacheinander im Uhrzeigersinn zuprosten während man steht, oder man merkt sich die Reihenfolge, in welcher der Gastgeber den Gästen zuprostet und kann diese dann mit kleinen Abweichungen übernehmen.
Es ist in China eine höfliche Sitte, dem Gast immer wieder anzubieten, etwas nachzunehmen und daher wird mir, sobald meine Schüssel leer ist, sofort bedeutet, von diesem oder jenen Gericht zu probieren.
Nach dem Essen werde ich meinen Koffer packen müssen. Aber ich werde wunderbar schlafen im Zug mit dem vielen, leckeren Essen im Bauch.  


Maria konzipiert das Rückverfolgbarkeits-System

Mariias Teereise - meine letzten Tage in Zhejiang

Grüner Tee – Stolz aller chinesischen Teebauern - Zu Gast bei Mr. Je Zong und Mrs. Je Auch wenn ich während meiner Zeit auf der Zhejiang Teeplantage in einem Hotelzimmer übernachte, dass mir JeZong freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, so bin ich doch täglich zum Abendessen bei ihm eingeladen. Es ist erstaunlich, wie es Mrs. Je gelingt, jeden Tag etwas anderes zu kochen, vor allem, weil ein typisch chinesisches Abendessen aus mindestens sechs verschiedenen Gerichten besteht. Schüsseln mit unterschiedlichen Fleisch-, Fisch- und Gemüsesorten wecken meine Neugier über die Zutaten und Geschmacksrichtungen dieser traditionellen Gerichte. Und so durfte ich, abgesehen von ein paar Kilos mehr, auch einige chinesische Rezepte ‚von Mrs. Je mit nach Hause nehmen. Grüner Tee – Stolz aller Chinesen Die vielen Abende, an denen wir alle möglichen Themen diskutierten, angefangen von der Kultur der Menschen verschiedener Kontinente bis hin zu Aspekten des biologischen Teeanbaus, verschafften mir einen höheren Einblick darüber, welche Prioritäten Chinesen im Allgemeinen in ihrem Leben setzen und Teebauern im Besonderen. Bis vor einigen Jahren exportierte China große Mengen grünen Tee nach Europa. Nachdem es jedoch die öffentliche Organisation, die für den Export verantwortlich war, nicht mehr gab, hatten kleine Teebauern keine Möglichkeit mehr, einen internationalen Markt für sich zu gewinnen. Wer weiß, was ihnen mehr Kummer bereitete: die finanziellen Einbußen oder die nicht mehr vorhandene Möglichkeit, das Produkt, auf das ganz China so stolz ist, mit anderen Nationen teilen zu können. Grüntee ist ein Bestandteil des täglichen Lebens, des täglichen Genusses, für die Chinesen das beste Geschenk und das wichtigste Getränk.
Wenn sich ein Teebauer dazu entschließt, seinen Tee biologisch anzubauen, stehen meist zwei Gründe hinter dieser Entscheidung. Der erste ist sein Entschluss, einen auf natürlichem Wege produzierten Tee zu verkaufen und der zweite, seinen Tee international vermarkten zu können. JeZong erklärt diesen Umstand so: “Wenn ein Teebauer den Menschen guten grünen Tee gibt, wird er respektiert. Gibt er diesen Tee vielen, vielen Menschen, wird er doppelt respektiert.” Zukunft biologischer Teeplantagen in China In zwei Tagen schon muss ich meine Heimreise antreten, denn ich habe das Projekt für Teekenner bereits abgeschlossen. Heute habe ich einen Vortrag über die europäische Bio-Gesetzgebung für chinesische biologisch anbauende Kleinbetriebe gehalten. Es war wirklich schön zu erkennen, dass chinesische Bio-Teebauern eine klare Vorstellung von biologischem Teeanbau haben, andererseits aber auch darüber diskutieren, wie man die Effektivität der Teeherstellung in Bezug auf den Bio-Status steigern kann. Themen wie die Anzucht von Bio-Sämlingen für internationale Nutzung, die Erweiterung des Sortiments an natürlichen Düngemitteln, die Pflanzung weitere Wälder und Gärten rund um die Plantagen, um die Artenvielfalt zu steigern, die Gärten zu verschönern und die Abwehr gegen Krankheitserreger zu fördern, die Verringerung von Transportwegen, indem man die Produktionsstätten direkt neben die Plantagen baut, zeigen mir, wie viel Herzblut die Menschen in ihre Arbeit stecken und dass sie jede Gelegenheit nutzen, um das Unternehmen voran zu bringen. Abschied von der Teeplantage Am Tag meiner Abreise besuchen wir noch einmal die Teeplantage. Es gibt keinen besonderen Grund, ich möchte mich nur verabschieden. Ich finde es ein wenig traurig, die kleine Teefabrik und die wunderschöne Plantage verlassen zu müssen. Mittlerweile kenne ich jeden Tian Mu Qing Ding Teestrauch und jede Ecke auf dem Feld und könnte jedem Besucher ausführlich vom Teeanbau auf dieser Plantage erzählen. Ich spaziere ein letztes Mal im Teegarten umher und mache Fotos von der Schönheit dieser Landschaft. Leider können Fotos keine Geräusche und Düfte wiedergeben, denn das ist es, was diese Umgebung zum Leben erweckt. Obwohl ich meine Heimat vermisst habe, werden mich meine Erinnerungen an die Natur und die Menschen immer wieder hierher zurückbringen. Mao Jian und das Hohenheimer Schloss - zurük in Deutschland Dies wird mein letzter Bericht sein. Das Flugzeug von Helsinki nach Stuttgart brachte mich nach Hause zurück. Trotz fast 16 Stunden Flug von Shanghai habe ich mir direkt am Flughafen noch eine Brezel und einen Milchkaffee gegönnt. Wer hätte gedacht, dass man ein so einfaches, deutsches Frühstück so vermissen kann? So sehr sich meine Familie freut, mich wieder bei sich zu haben, so neugierig sind sie auch zu erfahren, was ich über China und die Teeproduktion zu erzählen habe. “Hat es dir gefallen? Wie sind das Land und die Menschen dort? Wie arbeiten sie? Wie ist der Tee? Wird der wirklich biologisch angebaut?” Wie kann man darauf in drei Sätzen antworten, wenn man schon ein Dutzend Berichte darüber in seinem Blog geschrieben hat und es immer noch so viel zu sagen gibt? Allein um die Gastfreundschaft der Chinesen zu beschreiben bräuchte ich mindestens eine halbe Stunde! Tee sagt mehr als Worte ... Als ich meiner Familie auf chinesische Weise Mao Jian Tee zubereitet habe, den ich in China geschenkt bekommen hatte, und sie sich die vielen Fotos von der Plantage angesehen haben, wurden die Fragen weniger. Sie haben verstanden, dass Worte nicht ausreichen, um meine Erlebnisse an diesem so andersartigen Ort zu beschreiben. Nur ein Traum? Zwei Wochen ist es nun her, seit ich wieder in Deutschland bin. Ich bin in mein Alttagsleben zurückgekehrt und schon jetzt fühlt es sich an, als wären die sechs Wochen in China nur ein wunderschöner Traum gewesen. Aber eine Tasse mit frischem Tian Mu Qing Ding vor mir beweist, dass ich das alles wirklich erlebt habe.


Im Teegarten

Mariias Teereise - Provinz Zhejiang

Sightseeing in der Provinz Zhejiang - Märchenhafte Landschaft Die Provinz Zhejiang, wo der beste Grüntee in ganz China wächst, befindet sich im Südwesten Chinas an der Küste zum Ostchinesischen Meer. Mit ihren niedrigen, immer im Nebel liegenden Bergen und Hügeln, den Seen, in denen sich der Himmel spiegelt und deren Ufer von Weiden gesäumt sind sowie den traditionellen chinesischen Häusern, bezaubert diese Gegend durch eine märchenhafte Landschaft. Die Arbeit kann warten... Die Einheimischen sind sehr stolz darauf, in dieser schönen Umgebung leben zu dürfen und verpassen keine Gelegenheit, sie ihren wächst und die ich besuche, bildet dabei keine Ausnahme. „Die Arbeit kann warten, wenn es so viele schöne Plätze Gästen zu zeigen. Der Besitzer der Teeplantage, auf der der wunderschöne Teekenner Tee zu besichtigen gibt.“ Dies war das Motto meiner ersten beiden Tage auf der Plantage. Der Westsee in Hangzhou und die Seen in der Umgebung, die Wochenmärkte und natürlich die Restaurants dort sind die Ziele unserer kleinen Touristengruppe, die aus mir, dem Teebauern und seiner Frau besteht. Mariias Insider Tipps Der Westsee in Hangzhou und die Märkte sind so bunt und farbenfroh wie die Bilder in meinem Reiseführer. Was aber sicherlich in keinem Reiseführer steht, ist der kleine See in einem Dorf bei Zhejiang mit seinen kleinen dreieckigen Inseln und der Tradition, die Taschen des Gastes mit Geschenken zu füllen, während man auf dem Wochenmarkt umher schlendert. So habe ich in meiner Tasche eine kleine Tüte mit dem wundervollen Silver Needles Tee entdeckt!   Die biologische Teeplantage in Zhejiang Noch mehr als die Landschaft, in der er lebt, liebt der Teebauer seine Plantagen. Sie wurden äußerst sorgfältig in die wunderschöne Landschaft integriert, um den Ertrag zu optimieren und um den Teepflückern die Arbeit zu erleichtern. Die Berge sehen aus wie Pyramiden, die nach dem Regen weiße Dampfwolken ausstoßen. Daneben stehen Hügel mit Teegärten, wo einer meiner Lieblingstees Tian Mu Qing Ding wächst, und Bambuswäldern. Die Farben des Tals changieren von smaragdgrün bis olivgrün. Ein Anblick, von dem man sich nicht abwenden kann. Hier wächst also der traumhafte Tee von Teekenner. Der Mann, der sich um alles kümmert. Irgendwo auf der Kuppe des Hügels mit den Tian Mu Qing Ding Teegärten steht ein zweistöckiges, weiß gestrichenes Haus. Dort lebt der Mann, der sich um die Plantage kümmert, zusammen mit seiner Familie. Er sorgt dafür, dass die Teegärten immer gepflegt aussehen und ertragreich sind. Heute treffe ich ihn zusammen mit dem Besitzer zu einem leckeren Abendessen.   Regentage auf der Plantage - mit Gummistiefeln auf die Teeplantage? Im Auftrag von Teekenner möchte ich nun mehr über den biologischen Anbau vom grünen Tee wissen. Wenn man über dieses Thema mehr lernen will, lässt es sich nicht vermeiden, mit schmutzigen Händen, Schuhen und Kleidern nach Hause zu kommen, denn wir kommen heute zum praktischen Teil meiner Reise: Eine Exkursion steht an.
Die hübschen Tian Mu Qing Ding Teesträucher sind heute mit Wassertropfen geschmückt, denn es hat stark geregnet. Auch wenn ich von Kopf bis Fuß mit Schlamm bedeckt sein werde, so bietet dieses Wetter eine hervorragende Möglichkeit zu erfahren, wie viel Leben in dieser Erde steckt und wie sorgfältig die Plantage gepflegt wird. Mit Gummistiefeln ausgerüstet geht es schließlich auf das Feld. Leben auf der Plantage Nach dem starken Regen erwacht die Teeplantage zu neuem Leben. Jeder Tian Mu Qing Ding Teestrauch scheint alle seine Lebenskräfte neu zu sammeln. Regenwürmer kommen zum Vorschein, Spinnen sitzen in ihren Netzen und viele Insekten, nützlich und schädlich, beeilen sich zu Ende zu bringen, wobei sie der Regen so vehement unterbrochen hat. Im Hintergrund hört man das Brummen von kleinen braunen Käfern, die sich irgendwo in den Duftblütenbäumen versteckt halten. Diese Bäume blühen übrigens immer noch. Wunderschöne, weiße Blüten verleihen diesem immergrünen Berg eine romantische Atmosphäre. Natürlicher Schutz vor Bodenerosion und Chemie Als Agrarwissenschaftlerin habe ich auf den Hügeln bei einem Gefälle von mehr als 45% erwartet, irgendeiner Form von Bodenerosion auf der Teeplantage zu begegnen. Glücklicherweise war das ein Irrtum. In Reihen parallel zum Anstieg und sehr dicht gepflanzt, halten die Teesträucher die Erde mit ihren Wurzeln fest. Die Bäume zwischen den Reihen und eine dicke Schicht Mulch (unterschiedliches Holz, Blätter, Gras und Unkraut) unterstützen den Halt. Außerdem wurden kleine Wälder und Bambushaine um die Plantage herum gepflanzt, sodass diese vor Wind und auch vor chemischen Partikeln, die der Wind herüber wehen könnte, geschützt ist.
Diese schöne und gepflegte Tian Mu Qing Ding Teeplantage kommt heute gut ohne meine Arbeit aus.   Teeverarbeitung in Zhejiang Jede Teesorte bestimmt ihren Teeverarbeitungsprozess. Obwohl es drei wesentliche Schritte bei der Teeverarbeitung gibt – das Verhindern der Fermentation, das Rollen der Teeblätter und die Trocknung bei niedrigen Temperaturen – sind die Anforderungen für diesen Prozess je nach Teesorte sehr unterschiedlich. Die Herstellung von Yin Zhen Tee (Silver Needles Tee), eine der zehn besten Teesorten aus China, dauert weniger als zehn Minuten, da dieser Tee nicht gerollt wird. Die Blätter des Tian Mu Qing Ding müssen auch vor Fermentation geschützt werden, allerdings werden sie in zwei Stufen erhitzt, bevor sie schließlich langsam bei niedriger Temperatur getrocknet werden. Die Zhejiang Teeverarbeitungsfabrik ist der perfekte Ort, um diese unterschiedlichen Produktionsverfahren zu beobachten, denn hier werden viele verschiedene Teesorten hergestellt. Teeverarbeitungsfabrik in Zhejiang Die Fabrik ist klein, aber dennoch geräumig genug, um eine große Anzahl an unterschiedlichen Teeverarbeitungsanlagen, Lagerräume (da habe ich den getrockneten Tian Mu Qing Ding entdeckt!) und ein großes Labor für die biologische Qualitätskontrolle unterbringen zu können. Es gibt kleine Produktionsmaschinen, die alle Verarbeitungsschritte für eine Teesorte durchführen können, z.B. für Yin Zhen Tee (Silver Needles). Und dann gibt es riesige Maschinenkonstruktionen, die gleich mehrere Etagen einnehmen, etwa für die Produktion des japanischen Sencha-Tees. Jeden Tag werden frische Teeblätter von verschiedenen Plantagen angeliefert. Jedes Teeblatt hat seinen Platz Dank des bewährten Produktionsmanagementsystems kommt jedes Teeblatt schnell an den für ihn vorgesehenen Platz. Die Blätter, aus denen später Schwarztee oder Oolongtee wird, werden in den 2. Stock befördert, in die Abteilungen 1 und 2. Frisch geerntete Blätter für duftenden grünen Tee (z.B. Mao Jian oder Tian Mu Qing Ding) kommen in den 1. Stock. Weißer Tee Silver Needles wird zu den Verarbeitungsanlagen im östlichen Flügel der Fabrik befördert. Die Verarbeitungsschritte werden von den Angestellten, die von Mr. Ki, dem Cha Shifu, ausgebildet wurden, kontrolliert. Meister Cha Shifu Mr. Ki kann 20 Jahre Erfahrung in der biologischen Teeherstellung und 30 Jahre Arbeit auf dieser Plantage vorweisen. Er kennt jedes kleinste Detail und alle möglichen Variationen bei der Herstellung fast aller chinesische Teesorten. Das erstaunliche an diesem Mann ist, dass er trotz seiner enormen Kenntnisse in diesem Bereich nicht müde wird, sein Wissen weiterhin zu vertiefen. Durch sein Fachwissen, seine Erfahrung und seinen freundlichen und offenen Charakter wird Mr. Ki von allen Mitarbeitern der Firma geschätzt und respektiert. Jeder Angestellte hört genau hin, wenn Mr. Ki Ratschläge erteilt und befolgt seine Teeverarbeitungsmethoden auf genaueste Weise.
Mit einem so hochqualifizierten und leidenschaftlichen Mitarbeiter braucht man sich keine Sorgen um die Qualität seines Tees machen, so JeZong. Der Besitzer der Teeplantage und Mr. Ki sind eher Partner als Arbeitgeber und Arbeitnehmer: Die Meinung von Mr. Ki wird immer berücksichtigt, wenn wichtige betriebliche Entscheidungen anstehen. Stolz erwähnen die beiden außerdem, dass ihr biologisch angebaute Tian Mu Qing Ding Tee mehrere internationale Preise gewonnen hat. Teeverarbeitung ist mehr als nur Teetrocknung In Zhejiang ist die biologisch Herstellung vom grünen Tee nicht mit der Trocknung bei niedrigen Temperaturen getan: Hier wird der Tee außerdem sortiert, im Labor auf seine allgemeine und biologische Qualität hin untersucht und für Lagerung und Verkauf verpackt. Tee wird sortiert... Jeder dieser Schritte wird von hierfür ausgebildeten Arbeitern durchgeführt. Sortiert wird direkt nach der Trocknung. Spezielle Maschinen sortieren den getrockneten Tee nach Gewicht, Größe und Farbe. Tian Mu Qing Ding zum Beispiel hat dunklere und hellere Blätter, die in zwei unterschiedliche Qualitätsstufen sortiert werden. Dafür gibt es eine Maschine mit Laser. Um größere Blättern zu sortieren, werden Apparate mit Netzen benutzt. Leichtere Blätter werden mit Blasluft von den schwereren getrennt. In China kann jedes Kind hochwertigen von minderwertigen Tee unterscheiden, allein nach optischen Kriterien. Das ist der Grund, warum hier so viel Wert darauf gelegt wird, den grünen Tee nach visuellen Merkmalen zu sortieren. Tee wird untersucht... Das Labor, in dem unser Teekenner Tee untersucht wird, hat mich wirklich erstaunt. Dieser Raum mit den ganz in weiß gekleideten Menschen mit Anzügen, Masken, Schuhen und Handschuhen, die vielen Glaskolben und Röhrchen in ihren verschiedenen Vorrichtungen und ein Raum hinter Glas, den niemand betreten darf außer denen, die spezielle Anzüge tragen müssen, versetzt mich für einen Moment in eine andere Welt. Ist das alles notwendig, um grünen Tee zu untersuchen? Wenn man eine genaue Analyse durchführen möchte, auf jeden Fall. Von jeder Charge, die in der Teefabrik hergestellt wurde, wird eine Probe ins Labor gebracht. Diese wird auf verbotene Verunreinigungen untersucht sowie auf die entscheidenden Merkmale des Tees wie Feuchtigkeit, Farbe und Anzahl der Inhaltsstoffe (z.B. Koffein). Wozu all diese Laboruntersuchungen? Aber warum braucht man so ein teures Labor, um den grünen Tee auf verbotene Inhaltsstoffe zu untersuchen, wenn man ihn doch selbst anbaut? Die Antwort ist einfach: Wenn man es mit einem großen, mehrstufigen Produktionssystem für Lebensmittel zu tun hat, ist es kostengünstiger, die Qualität des Endprodukts sichern zu können, als viel Geld für Marketingmaßnahmen wie Schadensbegrenzung und Imagepflege aufgrund fälschlicher Bio-Qualität, Verlust von Kunden oder Qualitätseinbußen zu bezahlen. Dies ist natürlich ein Geschäftsmodell, dass sich eher langfristig auszahlt. Gibt es überhaupt etwas, womit mich diese Menschen hier nicht überraschen können?   Biologische Teeplantage als Unternehmen Obwohl auf der Plantage von JeZong mehrere Teesorten produziert werden, u.a.Tian Mu Qng Ding von Teekenner, es einige Plantagen gibt und die Firma eine vielschichtige Organisationsstruktur besitzt, wird jeder Bereich der Produktionskette vom Inhaber selbst überwacht. Er ist Experte in Sachen Teeanbau und -verarbeitung, in Buchhaltung und der Umsetzung biologischer Standards. Er entwirft die Gestaltung seiner Teegärten selbst und bildet neue Mitarbeiter aus. Den Teeanbau begann er vor ein paar Jahren als Hobby, doch mittlerweile ist daraus ein großes Unternehmen gewachsen.
Der organische Anbau war von Anfang an ein wichtiges Kennzeichen seiner Tees (deshalb steht vermutlich auch “biologisch-kontrolliert” bei ihm überall mit drei Ausrufezeichen!!!) Junge, motivierte und fleißige Mitarbeiter Was mir an diesem Unternehmen mit am Besten gefällt ist die Tatsache, dass hier so viele junge und gut ausgebildete Männer und Frauen beschäftigt sind. Alle Positionen, egal ob Buchhaltung, Verkauf, PR-Manager oder Assistenten im Qualitätsmanagement sind besetzt von ambitionierten, fleißigen Mitarbeitern, die gern bereit sind, Neues in ihrem Bereich kennenzulernen und umzusetzen. Zusammen mit erfahrenen Mitarbeitern schaffen sie so ein erfolgreiches Team, das sich ganz und gar der Herstellung von hochqualitativ hochwertigem, biologisch angebautem grünen Tee und dem Wachstum des Unternehmens verschrieben hat. Durchdachte Produktionsprozesse, engagierte Mitarbeiter Diese komplexe Teeproduktion verblüfft durch die etablierte Reihenfolge der Prozesse. Vom ersten bis zum letzten Schritt der Produktionskette ist jede Person und jedes Dokument zeitgerecht am richtigen Platz, damit der Ablauf reibungslos funktionieren kann. Verkaufsleiter, Buchhalter und Assistent beginnen ihre Arbeit früh am Morgen und beenden sie nicht, bevor sie alle Aufgaben erledigt haben. Die Kunden haben alle Aufträge bekommen, die Rechnungen sind erfasst und alle Anfragen wurden beantwortet. Die Produktions- und Lagermanager gehen nicht nach Hause, ehe die Qualität des Tees nicht überprüft wurde. Andere Mitarbeiter sind jederzeit zu finden, denn sie sind immer an ihrem Arbeitsplatz, wenn es notwenig ist. So wie es eine Reihenfolge für den Zeitplan gibt, so gilt dies auch für Verantwortung. Freundschaftliches Klima Berufliche Leidenschaft und die Anerkennung der Leistung der Mitarbeiter wird durch die freundschaftliche und hilfsbereite Atmosphäre im Betrieb verstärkt. Kollegen unterstützen sich gegenseitig mit notwendigen Tipps und Informationen. Sie laden sich auch gegenseitig zum Abendessen und Teetrinken ein. Die Kombination von “deutscher Arbeitsweise” und “asiatischer Freundlichkeit” ist überhaupt nicht ermüdend, im Gegenteil, ich freue mich schon am Abend voller Energie auf den nächsten Tag in der Fabrik und ... auf grünen Tee!