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Teelexikon

Katie Yen und Christian Beck im Ching Xin Oolong Teegarten

Fünf Tage in der Oolong Tee Schmiede von Katie Yen

Lektion 1 – Qualität vor Quantität. Als ich das erste Mal die Preisliste von Katie Yen in den Händen hielt, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus – ich fand Ihre Tees auf dem ersten Blick einfach sehr teuer. Das weckte die Neugierde in mir und ich wollte wissen, was es auf sich hat mit den Tees von Katie. Also habe ich mir eine Woche Zeit genommen, um alles über Oolong Tee zu lernen und Katie ein wenig über die Schulter zu schauen. Und natürlich um den zwei Schwestern ein wenig bei der Arbeit zu helfen.

Am ersten Tag fahren wir gleich gemeinsam zum Ching Xin High Mountain Teegarten. Eine Fahrt durch wunderschöne Berglandschaft bei herrlichem Wetter. Die Straße schlängelt sich im am steilen Hang entlang und der Blick gleitet über grün bewaldete, steile Berghänge.
Ich frage Katie nach der Größe Ihrer Teegärten. Sie lächelt und sagt: „Die Größe ist nicht wichtig, die Vielfalt ist wichtig für mich.“ Katie bewirtschaftet insgesamt sechs Teegärten. Sie liegen in verschiedensten Hangexpositionen und Höhenlagen: Von 400 Metern am Sonne Mond See bis zu 1.700 Metern in den hohen Bergen. Es werden insgesamt fünf verschiedene Kultivare angebaut: Jin Xuan, Four Seasons, Ching Xin, Ruby, auch bekannt als #18 und die wilden taiwanesischen Teebäume. Diese Vielfalt erlaubt es Katie eine breite Palette an handverarbeiteten, aufwendig hergestellten Spitzen Oolong Tees zu produzieren.

Wegen der Höhenunterschiede, der verschiedenen Kultivare und des Bio-Anbaus verteilen sich die Erntezeitpunkte über das ganze Jahr von März bis Oktober. Die Natur gibt hier den Takt vor. Große Maschinen sucht man in der kleinen Teemanufaktur vergeblich – alles wird mit viel Liebe und Sorgfalt per Hand gemacht.
  Bio Oolong Tee-Anbau ist hier keine leere Versprechung Als wir an einem konventionellen Teegarten stehen bleiben sagt Katie zu mir: „Siehst du die Teepflanzen? Sie weinen! Vollgepumpt mit künstlichen Düngemitteln, Pestiziden und Unkrautvernichtern.“ Und tatsächlich, als wir in den High Mountain Teegarten von Katie ankommen, sehe ich, wie ernst es Ihr mit dem ökologischen Anbau ist: Der Teegarten ist durchsetzt von Gräsern und vielen bodennahen Pflanzen. Die Teepflanzen gedeihen prächtig und gehen hier Ihren eigenen Weg. Diese Art des Anbaus bedeutet mehr Arbeit: Das Pflücken ist beschwerlicher und auch die Ernte an Teeblättern fällt in etwa 50% geringer aus, als in konventionellen Teegärten.

Seit jeher bin ich begeistert von Katies Ching Xin High Mountain Oolong Tee. Und auch der Teegarten ist einfach wunderschön gelegen. Am zweiten Tage darf ich den ersten Tee des Jahres probieren – geerntet am 1. Mai 2018. Eine Aromaexplosion von Orchideen und tropischen Früchten betört meine Geschmacksnerven – der Tee ist der Hammer! Das ist das obere Ende der Fahnenstange, denke ich.
  Aufstieg in die Profi-Liga: Charcoal Oolong Katie lächelt über meine Vorliebe für die niedrig oxidierten Oolong Tees. Typisch Einsteiger eben. Sie selbst liebt die höher oxidierten und noch aufwendiger hergestellten Oolong Tees. Zugegeben man braucht etwas Zeit bis man geschmacklich dort ankommt. Es ist wie zum Beispiel bei klassischer Musik – ein Leihe hat zunächst keinen Zugang, doch wer sich auf die Reise begibt, der wird in höhere Sphären gelangen und vermutlich nicht mehr von dort zurückkehren.
Zunächst entdecke ich den Charcoal Oolong Tee als meinen neuen Lieblingstee. Der Dong Ding Oolong Tee als Basis wird mehrere Tage in einer Art Holzkohle-Meiler sanft geröstet. Das Ergebnis ist einfach umwerfend. Ich schmecke Noten von gutem Whiskey und Maronen.
  Aged Tree Tea aus den familieneigenen Teegärten der Yens Eine weitere Spezialität des Hauses ist der Aged Tree Tea. Die alten Teebäume sind ca. 50 bis 100 Jahre alt und stammen aus dem familieneigenen Teegarten. Die Teebäume werden nun schon in der vierten Generation gepflegt und bewirtschaftet. Der Teegarten am Sonne Mond See ist alles andere als eine Monokultur – hier wachsen Betelpalmen, Orangenbäume, Olivenbäume und die alten Teebäume nebeneinander. Entsprechend gut ist die Bodenqualität und das Blattgut der Teepflanzen. Dank des diversifizierten Anbaus kommen die Teepflanzen ohne Pestizide und künstliche Düngemittel aus.
Aber nun zum Tee selbst - Die Teeblätter werden ihrer Länge nach gerollt und leicht gezwirbelt. Sie sind von Natur aus größer, Katie oxidiert die Blätter auf ca. 80% - man kann also schon fast von einem Schwarztee sprechen. Das Aroma ist jedoch umwerfend – eine überwältigende Komplexität! Und das allerbeste – eine subtile Bitterkeit im Abgang. Ein wenig wie bei den Pu-Erh Tees vom Bulang Mountain im Yunnan, jedoch viel sanfter. Also definitiv auch für fortgeschrittene Einsteiger geeignet!
  Ruby Tee – schwarzer Tee mit Charme Ich habe zugegebener Maßen bisher meist einen großen Bogen um Schwarztees gemacht. Man könnte sagen Katie hat mich wieder ein wenig auf die rechte Bahn zurückgeführt: Der Sun Moon Lake Ruby Tee ist, genau wie der Aged Tree Tea 80% oxidiert, also schon fast ein Schwarztee. Der Geschmack ist tief und schwer – so tief wie ein spanischer Rioja Wein. Man braucht Übung für diesen Tee – doch wer sie hat wird seinen Spaß haben. Mir kommt der Tee inzwischen öfters in den Gaiwan und ich fange an richtig Spaß zu haben. Rioja auf taiwanesisch eben. ;)
  Mein Fazit nach fünf Tagen bei Katie Yen: Einfach unschlagbar guter Tee!   Wir wünschen genussvolles Teetrinken! Christian Beck



G

Asiatisches Teegedeck

Geheimnisse der richtigen Teezubereitung – auf die Wassertemperatur kommt es an.

Die Wassertemperatur und ihre Rolle im Prozess der Teezubereitung Teezubereitung und ihre Goldregeln: In der chinesischen traditionellen Teekunst ist das reine Quellwasser die wichtigste Komponente jeder Teezeremonie. An die zweite Stelle stellen die Chinesen die passende Wassertemperatur und erst dann kümmern sie sich um die Auswahl des Teeblattes. Heute geht es um das zweite Geheimnis der richtigen Teezubereitung – die optimale Wassertemperatur. In der modernen Teewelt existiert eine breite Sortenvielfalt. Von leichten Wiesenkräutern bis zum kräftigen, gereiften Pu Erh Tee – jeder Teekenner findet heutzutage alles, was sein Teeherz begehrt.  Dabei ist die Anzahl der zubereiteten Teegetränke weitaus größer als die Sortenpalette selbst. Fehler bei der Teezubereitung Wenn ein angehender Teekenner einmal feine Grüntee-Blätter in den Händen hält, sie in die Teekanne legt und den Tee wie gewohnt mit sprudelnd kochendem  Wasser übergießt, dann vernichtet er kurzerhand edle Blätter. Der Tee schmeckt bitter. Mit Ärger wird sich unser Teefreund an das Versprechen des Herstellers erinnern, ihm eine Tasse leichten und erfrischenden grünen Tees servieren zu wollen. Denn sein Teegetränk hat mit der Beschreibung des Tees nichts Gemeinsames – keine Frische, kein Aroma, kein Aprikosengeschmack. Jeder Teetrinker sollte wissen, welche Wassertemperatur seine Lieblingsteesorten benötigen. Ist das Wasser übermäßig heiß, so bittert der Tee schnell nach. Bei zu kühlem Wasser kann der Tee sein Aroma nicht vollständig entwickeln und seine wertvollen Inhaltsstoffe nicht abgeben. Teesorten und ihre Wassertemperatur Folgende Grundregeln gelten bei der Zubereitung der meisten Teesorten: Schwarztee                                                       90°C-95°C Oolongtee                                                         75°C -85°C (Stark fermentierte Oolong Tees können mit deutlich heißerem Wasser aufgegossen werden.)         Chinesischer Grüntee                                    70°C -85°C (Bei chinesischen Grüntees ist die Anbaulage entscheidend. Je höher die Anbaulage, desto sensibler ist der Tee.)    Pu Erh Tee                                                        70°C -80°C Weißer Tee                                                       70°C Japanischer Grüntee                                      60°C Ohne Thermometer in der Küche? Hat denn jeder Teetrinker ein Thermometer in der Küche, um die Wassertemperatur in seinem Wasserkocher zu messen? Vermutlich, nein. Benutzen die Chinesen immer ein Thermometer, wenn sie ihren grünen Tee zubereiten? Unwahrscheinlich. Erfahrene Teetrinker bedienen sich folgenden Faustregeln zur Bestimmung der Wassertemperatur und machen sich somit den Prozess der Teezubereitung viel einfacher. Das Wasser sollte kurz aufkochen (ca. 95°C) und dann auf benötigte Temperatur abgekühlt werden. Man lässt das Wasser für eine bestimmte Zeit im Wasserkocher mit geschlossenem Deckel stehen. Nach einer Minute beträgt die Wassertemperatur ca. 80°C, nach 3-4 Minuten – ca. 70 °C. Nach 8-9 Minuten sinkt die Wassertemperatur auf 60°C. Zum Zeitmessen bei der Teezubereitung benutzt man zuerst eine einfache Küchenuhr.  Später hat man die benötigte Zeit einfach im Gefühl. Erfahrung macht schlau. Genussvolles Teetrinken wünscht das Teekenner-Team!


Gelber Tee

wird nur in China produziert. Geerntet werden lediglich die obersten Spitzen der Teesträucher. Nach dem Erhitzen werden diese gelagert und nicht direkt weiterverarbeitet. Er gilt als empfindlicher Tee und verdankt seinen Namen seinen gelben Blättern und seiner gelben Farbe nach dem Aufguss. Er zählt zu den teuersten Teesorten.


Blütendolde Sideritis Raeseri

Griechischer Bergtee - Heilmittel aus der Antike

Es existiert eine Vielzahl an Unterarten des Griechischen Bergtees. Sie zeichnen sich durch unterschiedliche Geschmacksnuancen aus. Hier im Bild die Unterart Sideritis Raeseri - bekannt für Ihre sanfte Zitrusnote. "Tee der Langlebigkeit" lautet der Name es griechischen Bergtees in den Rhodopen. Die Sideritis-Pflanze wird in den Balkanländern seit Jahrhunderten als traditionelles Heilmittel verwendet.  Getrunken als aromatischer Kräutertee, wird von einer wohltuenden und heilungsfördernden Wirkung bei einer Vielzahl von Krankheiten berichtet (1):     Unkomplizierte Lungenerkrankungen     Asthma     grippale Effekte     zur Stärkung des Immunsystems     Magen-/ Darm-Erkrankungen     Chronische Nierenerkrankungen     Schlafstörungen     Depressive Verstimmungen In Griechenland ist der griechische Bergtee als natürliches Heilmittel zur Prävention vor Gedächtnisverlust im hohen Alter bekannt und weit verbreitet.
  Griechischer Bergtee ist als "traditionelles Heilmittel" eingestuft Der griechische Bergtee wurde von dem europaweiten Gremium HMPC (Committee on Herbal Medicinal Products) als „traditionelles pflanzliches Arzneimittel“ eingestuft. Eine Qualifizierung, die voraussetzt, dass eine Historie von über 30 Jahren medizinischer Verwendung vorliegt. In den letzten Jahrzehnten konnten zahlreiche Hinweise und wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit der Sideritis-Pflanze gesammelt werden. Bis heute liegen leider noch keine größeren klinischen Studien mit Sideritis-Präparaten am Menschen vor. In den letzten 10-20 Jahren wurden jedoch eine Reihe von vielversprechenden Studien zur Wirksamkeit der Sideritis-Pflanze durchgeführt. Im Reagenzglas und auch in Tierversuchen mit Mäusen konnte die antibakterielle und antioxidative Wirksamkeit belegt werden. Die Forschungen und Praxiserfahrungen von Professor Pahnke legen nahe, dass die Sideritis-Pflanze zur Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen – allem voran die Alzheimer Erkrankung - große Chancen bietet.
  Nach der Ernte wird der Bergtee je nach Wetterbedingungen und Luftfeuchte 10 bis 14 Tage lang getrocknet. Der Bergtee wird stets im Dunkeln gelagert, da sich im Sonnenlicht der Tee verfärbt und an Aroma verliert. Die wirksamen Bestandteile: Terpene, Flavonoide und ätherische Öle Terpene gehören zu der Gruppe der organischen Kohlenwasserstoffe, die in der Tier- und Pflanzenwelt vorkommen. Aus pharmakologischer Sicht interessant sind die sogenannten Diterpene. Diese Stoffgruppe ist für ihre entzündungshemmende, antibakterielle und pilzhemmende Wirkung bekannt. (2) Flavonoide – diese Stoffgruppe unterteilt sich in die Bioflavonoide, Isoflavonoide und Neoflavonoide. Berichten zu folgen haben sie eine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung (3). Speziell die Flavonoide der Sideritis-Arten wirken als selektive Inhibitoren von Monoaminooxidasen. (MAOs). Diese Wirkstoffe sind daher im Fokus der Pharmakologen für die Entwicklung neuer Medikamente zur Behandlung von psychischen Erkrankungen, Depressionen, Angstzuständen und Demenz bzw. Alzheimer Erkrankung (4).
  Die ätherischen Öle wirken antimikrobiell und antioxidativ In einer Studie der Universität Nicosia konnten in der Unterart Sideritis Scardica über 20 verschiedene ätherische Öle nachgewiesen werden (5). Spitzenreiter waren die Beta-Caryophyllene (23%), Beta-Pinene (11%), Beta-Bisabolene (8%) und 1-Octen-3-ol (8%). Griechischer Bergtee stellt daher eine besonders ergiebige Quelle für Antioxidantien dar.
  Je frischer die Bergtee-Ernte, desto besser das Aroma und desto höher der Gehalt an ätherischen Ölen. Achten Sie daher beim Kauf immer auf das Erntejahr. Einkaufs-Checkliste für den griechischen Bergtee Je höher die Konzentration dieser wirksamen Bestandteile, desto besser eignet sich der Bergtee zur Anwendung als Heilmittel. Achten Sie daher beim Kauf auf die folgenden Merkmale: Anbau in Höhenlage - Pflanzen, die reich an aktiven Substanzen sind, wachsen in den Bergen auf über 1.000 Metern Meereshöhe (1)
  Trockenes, sonniges Sommerklima und keine künstliche Bewässerung der Pflanzen - Die Sideritis-Pflanze bildet einige der wertvollen Inhaltsstoffe als Schutz vor dem Austrocknen. Ein Bewässern der Pflanzen bewirkt geringere Konzentrationen an ätherischen Ölen. Rote Spitzen der Scardica-Dolden sind ein Indiz für bewässerungsfreien Anbau.
  Frische Ernte – kaufen Sie stets Tee von der frischesten Ernte, denn mit langen Lagerzeiten gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren. Den besten Wirkstoffgehalt hat man, wenn man die Blüten-Dolden erst vor dem Aufguss zerkleinert oder der Kleinschnitt der Stängel nicht länger als 6 Monate her ist. Eine lichtgeschützte Aromaschutzverpackung verringert außerdem das Ausdämpfen der Inhaltsstoffe.
  Achten Sie auf laborgeprüfte Bio-Qualität. Nach unserer Erfahrung sind die Sideritis-Pflanzen häufig mit Insektiziden belastet. Die Belastung entsteht durch zufällige Kontamination bei der Ernte, z.B. wenn sich Erntehelfer zuvor mit Insektenschutzmittel eingesprüht haben und anschließend die Pflanzen berühren.   Viele unserer Kunden trinken täglich griechischen Bergtee zur begleitenden Behandlung einer Demenz-Erkrankung oder zur Prävention.   Griechischer Bergtee zur Behandlung bei Demenz und Alzheimer Erkrankung Die Alzheimer-Krankheit (AD) ist die häufigste Form von Demenz und im Allgemeinen auch die häufigste neurodegenerative Erkrankung. Da heutzutage mehr Menschen ein hohes Alter erreichen als in der Vergangenheit und eine Heilung noch fehlt, ist AD für moderne Zivilisationen eine wachsende Sorge. Laut dem World Alzheimer Report 2015 litten im Jahr 2015 etwa 47 Millionen Menschen an Demenz und die Zahl kann sich alle 20 Jahre verdoppeln (Prince et al., 2015) Die neueste Studie zur Wirksamkeit von Sideritis-Pflanzenextrakten bei Alzheimer Erkrankungen wurde im April 2016 vom Journal of Alzheimer’s Disease 53 (2016) veröffentlicht (4).
  Erste vielversprechende Ergebnisse mit Sideritis Bergtee im Versuch mit Mäusen Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die tägliche orale Behandlung mit Sideritis Extrakten die Wahrnehmung bei älteren, an Demenz leidenden Mäusen verstärkt. Darüber hinaus war die Behandlung in der Lage, den neuronalen Verlust von APP-transgenen Mäusen auf normale Werte vollständig zu retten, wie dies bei nicht-transgenen Kontrollen der Fall ist. Die Anwendung der Bergtee-Pflanzenextrakte konnte eine Abnahme der schädlichen Alpha-Amyloid Ablagerungen im Gehirn um 55% bewirken. In Anbetracht des traditionellen Wissens haben diese Ergebnisse gezeigt, dass eine Behandlung mit Sideritis Extrakten eine wirksame, gut verträgliche Option für die Behandlung von Symptomen der kognitiven Beeinträchtigung älterer Menschen sein könnte. Zu der geschmacklich besten und pharmakologisch wirkungsvollsten Sorte gehört die Bergtee-Unterart Sideritis Scardica. Zusammenfassend bieten beide Arten von Sideritis (Sideritis Scardica und Sideritis Euboea) ein gutes Potenzial für die Verbesserung des Gedächtnisses bei gesunden Erwachsenen sowie bei Demenzkranken. Beide Sideritis-Arten sind bei niedrigen Dosierungen vor Beginn der Erkrankung sowie bei hohen Dosierungen nach Beginn der Erkrankung ohne erkennbare Nebenwirkungen wirksam. Rechnet man die zu Grunde gelegten Mengen aus den Laborversuchen mit Mäusen hoch, so ergibt sich folgende Empfehlung für den Menschen: Für eine präventive Wirkung empfiehlt es sich 1-2 Liter des griechischen Bergtees pro Tag zu trinken. Bei einer akuten Demenz-Erkrankung sollten es 2-3 Liter Siderits Scardica Tee über den Tag verteilt sein. Der griechische Bergtee kann auch über einen längeren Zeitraum bedenkenlose getrunken werden. Die durchgeführten Studien zur Toxizität konnten keine relevante schädliche Wirkung beim Menschen feststellen. Die Langzeitanwendung bei Kindern und in der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, da es bisher keine Studien gibt, die die Unbedenklichkeit für diese Personengruppen bestätigen.
  Der „Alzheimer Jäger“ Professor Pahnke: "Wir können den Prozess aufhalten" Bereits im Jahr 2010 begann Professor Jens Pahnke mit den ersten wissenschaftlichen Studien zur Wirksamkeit des Bergtees. „Wir werden die Krankheit nicht rückgängig machen können“, sagt Prof. Pahnke. „Aber wir können den Prozess aufhalten. Durch den täglichen Konsum von Griechischen Bergtee über einen Zeitraum von sechs Monaten zieht sich die Krankheit auf das Niveau von vor neun Monaten zurück und stabilisiert sich danach beträchtlich“, erklärt er. „Ich hatte einen Patienten mit Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, der nicht einmal allein auf die Toilette gehen konnte, und jetzt, nachdem ich ihm zwei Monate Bergkräutertee verabreicht hatte, plant er, mit einem Freund in die Alpen zu reisen.“ Der Arzt schlägt vor, täglich mehrere Tassen heißen oder kalten Tee zu sich zu nehmen. „Je früher wir Präventivmaßnahmen für diese Krankheit ergreifen, desto besser.“ Auf der Website des Pahnke Lab finden sich zahlreiche beeindruckende Erfahrungsberichte von Demenz-Patienten und deren Angehörigen, die griechischen Bergtee als Tee oder als Extrakt eingenommen haben und von erstaunlichen Verbesserungen berichten. Leider gab es bis heute noch keine groß angelegten klinischen Studien, die die Wirksamkeit am Menschen wissenschaftlich bestätigen. Fest steht jedoch: Der Bergtee ist ein sehr wohlschmeckendes Getränk, das als sanftes Heilmittel bei vielen Krankheiten bedenkenlos zur Begleitung des Heilungsprozesses eingesetzt werden kann und auch im Kampf gegen Demenz große Chancen bietet.   Griechischer Bergtee kann entweder heiß mit kochendem Wasser oder per Kaltaufguss zubereitet werden. Beim Kaltaufguss wird die doppelte Menge Tee mit kaltem Wasser übergossen und anschließend mehrere Stunden kalt ziehen gelassen - z.B. über Nacht im Kühlschrank. Griechischen Bergtee richtig zubereiten Für die Zubereitung des Bergtees empfehlen wir fünf bis sechs großzügige Esslöffel geschnittenen oder zerkleinerten Bergtee für einen Liter Tee zu verwenden. Der Bergtee wird mit möglichst kochendem Wasser aufgegosse - so können sich die ätherischen Öle und Flavonoide besonders gut lösen. Die Ziehzeit wählt man am besten mit. ca. 5 Minuten. Längere Ziehzeiten schaden der Wirksamkeit nicht, jedoch leidet dann der Geschmack ein wenig. Das beste Geschmacksbild mit besonders feinen Aromen erzielt man bei Ziehzeiten um die fünf Minuten.  Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass in einigen Gegenden Griechenlands der Bergtee traditionell 10-15 Minuten lang auf dem Herd ausgekocht wird. Sehr zu empfehlen ist der Kaltaufguss. Dazu gießt man den Bergtee z.B. in einer Glasteekanne mit kaltem Wasser auf und lässt ihn ca. 12 h im Kühlschrank ziehen. Man bekommt ein besonders zartes Geschmacksbild mit sehr feinen Kräuternoten.   Genussvolles Teetrinken wünscht das Teekenner-Team! Christian Beck   Quellennachweis:     European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) (2016): Assessment report on Sideritis scardica…     M. Bertelli et al. (2017), The Euro BioTech Journal: Pharmacologically active fractions of Sideritis spp. and their use in inherited eye diseases     V. Tadic et al. (2008), Article in Planta Medica: Cytotoxic activity and antioxidative properties of Sideritis scardica extracts     Pahnke et al. (2016), Journal of Alzheimer’s Disease 53 (2016) 967–980: Sideritis spp. Extracts Enhance Memory and Learning in Alzheimer’s [1]-Amyloidosis Mouse Models and Aged C57Bl/6 Mice     M. I. Plioukas et al. (2018) Antioxidant capacities of Sideritis scardica aerial parts’ extracts and its essential oil composition    window.dojoRequire(["mojo/signup-forms/Loader"], function(L) { L.start({"baseUrl":"mc.us8.list-manage.com","uuid":"78e93a5d15fa01c7f73bc9199","lid":"a6c84b3e39","uniqueMethods":true}) })


Kleinste Teekanne der Welt

Größte und kleinste Teekanne der Welt

Beeindruckende Teerekorde Ob Sie sich zu einer aufwendigen Teezeremonie vorbereiten oder zwischendurch für Ihren Besuch Tee zubereiten, Sie wählen immer eine passende Teekanne aus – 90 ml für sich alleine, 160 ml für sich und eine Freundin, 210 ml reichen bereits für eine kleine Gesellschaft. Bei Teezeremonien fällt jedem auf, dass chinesisches Teegeschirr winzig und fein ist. Aber wie winzig und wie groß kann es sein? Hier ein paar beeindruckende Beispiele. Kleiner als Fingerkuppe Töpfer Wu Rui Shen schuf wohl die kleinste Teekanne der Welt – sie wiegt nur 1,4 gr. Dieses außergewöhnliche Meisterwerk erblickte das Licht der Welt am 15. November 2007. Der damals 73-jährige Meister Wu kreiert bereits seit mehreren Jahren Teezubehör aus der hochwertigen und weltbekannten Yixing-Tonerde. Seine Werke finden sich nicht nur bei Teeliebhabern zu Hause, sondern auch in einigen Museen Chinas. Töpfer Wu machte etwas Unmögliches möglich. Im Herstellungsprozess hantierte er mit einem sehr feinen, zerbrechlichen Material, Tonerde aus Yixing, und schuf dabei ein Teekännchen aus einer großen Anzahl verschiedener Teil, ohne es zu zerbrechen. In ihrer Form unterscheidet sich die Teekanne kaum von ihren großen Schwestern.  Bravissimo, Meister! Riesenteekanne aus Yixing 2700000 ml! 2,7 m3! Das ist die größte Teekanne aus Yixing-Ton. Sie hat die Höhe von 3,7 m und wiegt ohne Wasser und Teeblätter 980 kg. Sieben Monate lang arbeiteten zehn Töpfer an dem Riesen. Schade, dass die Teekanne bis jetzt keinen Besitzer gefunden hat. Keiner hat so viel Kraft, sie zu bedienen. Deshalb steht sie jetzt als Denkmal am See Tian Mu, nicht weit von Yinxing. Die Teekanne kann singen. Schreit man in ihre Tülle, bekommt man als Antwort ein dunkles „Hu-u-u-u“. Einige Chinesen behaupten, dass diese Teekanne magische Kräfte besitzt und im Spiel Glück bringt. Die Antwort „Hu-u-u-u“ aus der Kanne klingt wie „Hu“, Gewinner im chinesischen Brettspiel Madjongg. Um das Spielglück zu sich zu locken, sollte man beide Hände in das aus der Teekanne fließendes Quellwasser eintauchen und sie anschließend am Henkel der Kanne reiben. Genussvolles Teetrinken wünscht das Teekenner-Team! Olga Beck


Grüner Tee

wird nicht fermentiert. Die gepflückten Blätter werden kurz erhitzt und dann für die Weiterverarbeitung vorbereitet. Durch die fehlende Oxidation bleiben die Inhaltsstoffe im Tee enthalten. Mehr Infos finden Sie in der Rubrik Grüner Tee.


Tasse mit grünem Tee

Grüner Tee – Gesundheit aus der Tasse

Grüner Tee ist heutzutage beliebter denn je. Jeder Deutsche trinkt im Jahr etwa 9 Liter grünen und weißen Tee. Die einen genießen den feinen Geschmack, die anderen nutzen die edlen Blätter als Medizin. Gesundheit aus der Tasse? Das Wundergetränk aus Asien wirkt bekanntlich positiv auf unsere Gesundheit. Mit seinen heilungsfördernden und vorbeugenden Eigenschaften ist der grüne Tee ein natürliches Mittel gegen viele Leiden. Mit der ausgesprochen wohltuenden Wirkung des grünen Tees auf unsere Gesundheit  beschäftigen sich alte chinesische und japanische Medizin-Traktate. Dabei betrachtet die fernöstliche Medizin den Grüntee als eine Heilpflanze. Auch für die moderne Wissenschaft ist das wohlschmeckende und gesundheitlich sinnvolle Getränk bereits seit Jahren ein beliebtes Forschungsobjekt. Die Grünteepflanze und ihre Inhaltsstoffe wurden in letzten Jahren akkurat und bis ins kleinste Detail analysiert und beschrieben. Zahlreiche wissenschaftlich-medizinische Studien belegen die heilende Wirkung des Grüntees auf die Gesundheit des Menschen. Was kann dieses Wundermittel  tatsächlich? Was tut der Grüntee für unsere Gesundheit? Es gibt mehrere Gründe, grünen Tee regelmäßig zu trinken und auf diese genussvolle Weise seinen Körper und sein Wohlbefinden zu unterstützen. Grüntee enthält Antioxidantien und kann vor Krebs schützen Grüner Tee enthält eine wahre Schatztruhe, nämlich einen großen Vorrat an Antioxidantien. Antioxidantien (auch Polyphenole genannt) sind wirksame Mittel unseres Körpers im Kampf gegen freie Radikale. Sie neutralisieren schädliche Moleküle und schützen gesunde Zellen. Die Antioxidantien aus dem grünen und weißen Tee wirken demnach entzündungshemmend, krebsvorbeugend und verlangsamen den Alterungsprozess. Chung S. Yang, Xin Wang, Gang Lu & Sonia C. Picinich, Cancer prevention by tea: animal studies, molecular mechanisms and human relevance, in: Nature Reviews Cancer 9, 429-439 (June 2009). Praveen K Vayalil, Anshu Mittal, Yukihiko Hara, Craig A Elmets and Santosh K Katiyar, Green Tea Polyphenols Prevent Ultraviolet Light-Induced Oxidative Damage and Matrix Metalloproteinases Expression in Mouse Skin, in: Journal of Investigative Dermatology (2004) 122, 1480–1487. Katiyar SK, Mukhtar H., Tea Antioxidants in cancer chemoprevention, in: J Cell Biochem Suppl 1997, 27, 59-67. Grüner und weißer Tee und Anti-Aging Gute Nachricht für alle Damen! Regelmäßiger Konsum vom grünen und weißen Tee mindert Falten und beugt wirksam die Hautalterung vor. Dabei ist weißer Tee ein besonders effektives Anti-Aging Präparat.  Britische Forscher haben herausgefunden, dass der weiße Tee neben Antioxidantien eine große Anzahl an Stoffen enthält, die der Spaltung von Collagen und Elastin entgegenwirken. 21 Pflanzen wurden in der Studie auf ihre Anti-Aging-Wirkung untersucht. Spitzenreiter ist der weiße Tee. Tamsyn SA Thring, Pauline Hili and Declan P Naughton, Anti-collagenase, anti-elastase and anti-oxidant activities of extracts from 21 plants, in: BMC Complementary and Alternative Medicine 2009, 9-27. Grüntee und unser Immunsystem Polyphenole und Flavonoide aus grünem Tee sind natürliche und effektive Helfer für unser Immunsystem. Bei regelmäßigem Konsum stärkt der Grüntee den Körper und macht  ihn widerstandsfähiger. Monobe M, Ema K, Kato F, Maeda-Yamamoto M. , Immunostimulating activity of a crude polysaccharide derived from green tea (Camellia sinensis) extract, in: J Agric Food Chem. 2008 Feb 27;56(4):1423-7., Epub 2008 Jan 31. Grüntee und Blutzucker Grüner Tee enthält den Stoff Catechin, der den Blutzuckerspiegel regulieren kann. Japanische und amerikanische Forscher stellten fest, dass  insbesondere der Stoff Epigallocatechingallat (EGCG) den Blutzuckeranstieg nach dem Essen verlangsamt. Dies gilt allerdings nur für stärkehaltige Nahrung, wie Nudeln oder Reis und gleichzeitiges Trinken von grünem Tee.  Der Grüntee soll demnach vor oder zum Essen konsumiert werden. Moderne Wissenschaft geht davon aus, dass  zwei Tassen grünen Tee ausreichend vor Blutzuckererkrankungen schützen könnten. Maruyama K, Iso H, Sasaki S, Fukino , The association between concentrations of  green tea and blood glucose levels, in: J Clin Biochem Nutr 2009, 44:41-45. Polychronopoulos E, Zeimbekis A, Kastorini CM, Papairakleous N, Vlachou I, Bountziouka V, Panagiotakos DB., Effects of black and green tea consumption on blood glucose levels in non-obese elderly men and women from Mediterranean Islands (MEDIS epidemiological study), in: Eur J Nutr. 2008 Feb,47(1):10-6. Epub 2008 Jan 18. Grüntee im Kampf gegen Alzheimer Gute Nachrichten! Regelmäßiger Genuss vom grünen Tee steigert die Gedächtnisleistung und kann der Alzheimer-Demenz entgegenwirken. Ursache für Alzheimer ist Ablagerung kleiner Eiweißmoleküle im Gehirn, auch Plaques genannt. Der im Grüntee enthaltene Stoff ECCG schützt Gehirnzellen und bekämpft schädliche Ablagerungen.  Rezai-Zadeh K, Arendash GW, Hou H, Fernandez F, Jensen M, Runfeldt M, Shytle RD, Tan J., Green tea epigallocatechin-3-gallate (EGCG) reduces beta-amyloid mediated cognitive impairment and modulates tau pathology in Alzheimer transgenic mice, in: Brain Res. 2008 Jun 12; 1214:177-87. Grüntee und seine Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System Zahlreiche wissenschaftliche Studien geben Hinweise auf die positive Wirkung grünen Tees auf das Herz-Kreislauf-System. So wurde festgestellt, dass Flavonolglykoside – wichtige Bestandteile des Grüntee-Blattes – gegen Herzinfarkt und Schlaganfall schützen können, indem sie Cholesterinspiegel senken und Fettstoffwechsel positiv beeinflussen. Hertog M, Feskens EJ, Hollman PC, Katan MB, Kromhout D., Dietary antioxidant flavonoids and risk of coronary heart disease, in:  the Zutphen Elderly Study, Lancet.1993 October 23; 342(8878):1007-11. Genussvolles Teetrinken wünscht das Teekenner-Team!


Frische Teeblätter nach der Ernte

Gute Teequalität erkennen

Bei der alltäglichen Zubereitung des Lieblingstees macht sich die Mehrheit der begeisterten Teetrinker wohl keine Gedanken darüber, welche Güte die jeweilige Mischung auszeichnet. Hauptsache, das Aroma und der Geschmack passen. Darüber hinaus gibt es jedoch eine Unmenge über die Qualität zu lernen, denn Tee ist nicht gleich Tee.
Für eine ausgezeichnete Qualität eines Tee sind verschiedene Einflüsse verantwortlich, die bereits bei der Kultivierung bedeutsam sind. Neben der Art der Teepflanze und deren optimales Wachstum sind es ebenso die klimatischen und die Bodenverhältnisse sowie die bearbeitungstechnischen Aspekte, welche die Wertigkeit eines Tees beeinflussen. In früheren Zeiten wurde die Qualität einer Teemischung daran festgemacht, welche Intensität des Aromas durch Riechen erkennbar war und wie sich die optische und sensorische Beschaffenheit der Teeblätter darstellt. Die beste Qualität des Tees entsteht immer bei der ersten Ernteperiode.
Heute haben es die Teeliebhaber und Verbraucher wesentlich einfacher, denn durch eine spezielle Kennzeichnung, die als TGFOP bekannt ist, kann die Qualität von Tee nachvollzogen werden. Der Buchstabe T steht für Tippy, zu deutsch Spitze, G für Golden und damit das farbliche Aussehen des Tees sowie F für Flowery. Bei dieser Kennzeichnung geht es um die aromatischen Eigenschaften der Tees, die sich hauptsächlich durch eine feine blumige Note ausdrücken soll. Diese TGFOP Kennung ist vorwiegend bei hochwertigen und teuren, auch als Blatttees bezeichneten Teesorten üblich.
Eine weitere Buchstabencodierung, die als OP oder BOP auf den Verpackungen aufgedruckt ist, steht für eine eher minderwertigere Güte. Tees ohne irgendeine Gütecodierung bestehen meist aus Bestandteilen aus den Teeresten, welche durch die mechanische Beanspruchung der Blätter als Staubreste anfallen.
In den Teebeuteln enthaltene Teesorten sind in der Regel durch eine gute Qualität gekennzeichnet. Dies ist am frischen, pflanzentypischen Geruch und der nachvollziehbaren Konsistenz in Form einzelner Pflanzenteile ersichtlich. Wenn der Anteil ätherischer Öle in der getrockneten Teepflanze recht hoch ist und die Mischung ein starkes Aroma besitzt, handelt es sich immer um einen guten Tee.



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Pestizide im Teegarten

Härtere Zeiten für den Bio-Tee Einkauf in China: Pestizide auf dem Vormarsch!

Das Wuyi Shan Gebirge - kleine Teegärten eingerahmt in spekatulärer Gebirgslandschaft. Zu Fuß quer durch das wunderschöne Wuyi Shan Gebirge Wir hüpfen von Stein zu Stein durch die wilde Felsenlandschaft des Wuyi Shan Gebirges – unser Weg folgt einer schmalen Schlucht entlang der Oolong-Teegärten. Links und rechts steigen die Sandsteinfelsen empor. Uns stehen die Schweißperlen auf der Stirn, die Sonne steht senkrecht und wir sind bereits seit 5 Stunden unterwegs – wir durchqueren das Wuyi Shan Gebirge zu Fuß, behangen mit schwerer Kameraausrüstung.

Der hier angebaute Tee wird ausschließlich für Oolong-Tees verwendet, es ist der berühmte Yancha Felsentee aus dem Wuyi-Gebirge. Dank des exzellenten Marketings und der zunehmenden Kauffreude vieler Chinesen werden die Yancha-Tees gerne mal für 100 € die 100g Tee gehandelt. Die Sorten Da Hong Pao und Rou Gui sind die bekanntesten und zählen wohl auch zu den teuersten und besten Oolong Tees in ganz China und darüber hinaus.

Es ist Mitte April und die Teepflanzen sind bereits stark ausgetrieben. Oolong-Tees werden grundsätzlich später als Grüntees geerntet, da für die Verarbeitung etwas größere Teeblätter bevorzugt werden. Bis zur Ernte sind es jetzt noch ca. zwei Wochen und im Vorbeilaufen kosten wir immer mal wieder einen frischen Trieb und schmecken das fruchtig-herrlich Komplexe Aroma der Teeblätter.
  Unerwartet: Pestizide inmitten der wilden Gebirgslandschaft. Verpestete Landschaften inmitten der Wuyi-Shan Idylle? Geschockt bleiben wir stehen: Vor uns steht ein Mann im Teegarten mit einem Applikator auf dem Rücken und Spritzgerät in der Hand, der es kräftig auf die Teepflanzen niederprasseln lässt. Freundlich begrüßt er uns, einen Mundschutz trägt er nicht. Unsere leise Hoffnung es könne sich vielleicht um ein „harmloses“ natürliches Pflanzenschutzmittel handeln, bestätigt sich leider nicht. Der Mann zeigt uns die Verpackung und tatsächlich findet sich auf der Inhaltsangabe ein Cocktail an klassischen Pestiziden, die hier eingesetzt werden. Sicherlich nicht verboten, jedoch in Ihrer Wirkung auf den Menschen hochgradig zweifelhaft. Und das schlimmste: Die Teegartenbesitzer haben mit Ihrer Pestiziddusche nicht bis nach der Ernte gewartet, sondern spritzen die jungen Triebe zwei Wochen vor der Ernte. Man stelle sich vor, welch hoher Gehalt an Pestiziden in den Tees zu finden sein wird, wenn es bis zur Ernte wenig oder gar nicht mehr regnet.

Wir finden auf unserer Wanderung noch zahlreiche leere Pestizidverpackungen am Wegesrand und der Schaum im Wasser des eigentlich idyllischen Baches spricht leider Bände. Die Böden zwischen den Teepflanzen sind verbrannt – mit Gyphosat wird hier regelmäßig das Unkraut entfernt. Das ist einfacher und weniger beschwerlich als in Handarbeit. Zwischen einigen Teebüschen sieht man spärliche Grashalme nachwachsen, an anderen Stellen dagegen nur tote Erde.

Das Wuyi Shan Gebirge ist ein wunderschöner, gewaltiger Ort. Es wurde von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt und das zweifelsohne zu Recht. Umso nachdenklicher stimmt uns der sorglose Umgang mit Pestiziden in Hülle und Fülle, wie wir ihn hier miterlebt haben.
  Gern gesehener Bewohner: Eine Spinne in ihrem Netz zwischen den Bio-Teebüschen. Alles nur ein Einzelfall? Einen Tag später sind wir mit einem der größten Teeproduzenten in der Wuyi Shan Region verabredet. Die Firma ist der größte und erfolgreichste Produzent der teuren Yancha-Oolong-Tees. Wir berichten sehr ausführlich und offen über unsere Erlebnisse. Wir lassen uns die Teegärten des Produzenten auf der Karte zeigen und man erklärt uns, es würde sich ganz sicher nicht um Ihre Teegärten handeln. Außerdem könne man Ihre Mitarbeiter stets an der roten Arbeitskleidung erkennen. Klar ist allerdings auch, dass die Firma den überwiegenden Teil Ihrer Tees in konventioneller Anbauweise produziert, also mit Pflanzenschutzmitteln. Jedoch mit mehr Sorgfalt und in kleineren Mengen, wie man uns zumindest versichert.

Wir besuchen anschließend die Bio-Felder der Firma und sind zumindest etwas beruhigter als wir zahlreiche Spinnennetze in den Feldern sichten, herumlaufende Hühner sehen und einen kräftigen Bodenwuchs zwischen den Teebüschen vorfinden. Das alles ist noch keine Garantie, doch zumindest haben wir vorerst Hoffnung auf einen sauberen Bio-Tee. Die Laborberichte werden zeigen, ob unser Eindruck richtig war.
  Chinas Teebauern greifen immer öfter zu Pestiziden - die gestiegenen Lohnkosten und fehlende Aufklärung über die Risiken begünstigen diese Entwicklung. Pestizide sind an der Tagesordnung in Chinas Teegärten. So wie im Wuyi-Gebirge werden vielerorts Chinas große Menge Pflanzenschutzmittel im Tee-Anbau eingesetzt. Leider scheint sogar der Bio-Trend im Tee-Anbau rückläufig zu sein. Einige Teebauern, die uns noch vor Jahren gesagt haben, sie wollen komplett auf Pestizide verzichten, gestehen uns heute, dass sie zu Pestiziden greifen. Die gestiegenen Lohnkosten machen es den Teebauern immer schwerer profitabel zu sein. Hinzu kommt, dass der chinesische Markt wenig Nachfrage und Interesse an sauberen Tees zeigt. Zwar gibt es die ersten Bio-Supermärkte in Shanghai und diverse chinesische Bio-Siegel. Die Nachfrage nach hochwertigen, konventionellen Teesorten ist in China schlichtweg sehr hoch und es gibt mehr als genug Kunden, die von Bio-Anbau bzw. den gesundheitlichen Risiken von Pestiziden wenig Ahnung haben.
  Je kleiner und wilder der Teegarten, desto besser der Tee. Das paradoxe an dieser Entwicklung ist, dass der beste Tee eigentlich dann entsteht, wenn die Teebüsche möglichst vereinzelt und vermischt zwischen anderen Pflanzen wachsen, also in einer Mischkultur. Außerdem können auch angeknabberte Teeblätter ein Qualitätsmerkmal für guten Oolong-Tee sein, wie zum Beispiel beim Oriental Beauty Oolong Tee in Taiwan. „Je kleiner und wilder der Teegarten, desto besser das Blattmaterial“ ist im Laufe der Jahre schon fast zu unserem Slogan bei der Jagd nach neuen Teebauern geworden.
  Zertifizierte Bio-Teeplantage im Yunnan: Hier zählt Quantität vor Qualität. Wo findet man also noch sauberen Tee in China? Zertifizierten Bio-Tee findet man fast nur noch auf einigen wenigen größeren Teeplantagen in der Mitte und im Süden Chinas auf denen speziell für den ausländischen Markt produziert wird. Leider bewahrheitet sich hier, dass unser Slogan auch im Umkehrschluss wahr ist: „Je größer die Plantage, desto schlechter der Tee.“ Außerdem gibt es auch hier Risiken bei der Bio-Ware, nicht selten rutscht da mal eine defacto Nicht-Bio Charge zwischenrein. Am falschen Willen der Plantagenbesitzer liegt das nicht. Vielmehr an den weniger aufgeklärten und nach Kilo-bezahlten Plantagenbauern, die sich meist um die Pflege der einzelnen Plantagen-Parzellen kümmern und in Ihrer Unwissenheit gelegentlich mal zu Pflanzenschutzmitteln greifen. So zumindest erklären wir uns die Belastungen, wie wir mal mehr, mal weniger in den Bio-zertifizierten Plantagentees gefunden haben.
  Teebauer Kong Shifu am Ailao Berg im Yunnan: Seine über 100 Jahre alten Teebäume bescheren ihm jedes Jahr beste Blattqualitäten - Pestizide zu verwenden käme ihm nicht in den Sinn. Also auf in Chinas Hinterland! Zum Glück gibt es da noch das Hinterland, in den tiefen Yunnans, aber auch in den Provinzen Mittelchinas gibt es teils sehr abgelegene Berglandschaften, in denen man mit etwas Glück noch Old-School Teebauern findet, die aus Prinzip, Tradition oder Naturverbundenheit gänzlich auf Pestizide verzichten. Hier muss man aber meist Pionierarbeit leisten: Die Teebauern sind des Englischen nicht mächtig, können einem keine Handelsrechnung ausstellen, sind nicht vertraut mit Export und das Verpackungsmaterial sollte man lieber selbst mitbringen. Eine Bio-Zertifizierung gibt es hier gleich gar nicht – aber man hat zumindest die Gewissheit, dass der Tee sauber ist, sofern sich das im Labor bestätigt hat.
  Im Einklang mit der Natur: Rübenanbau unter den Dancong-Teebüschen am Wudong Berg in der Provinz Guangdong. Geh doch dahin, wo die alten Teebäume wachsen. Dann gibt es da noch die alten Teebäume – wie zum Beispiel in den traditionellen Pu-Erh Tee-Gebieten Yunnans oder die großen Teebüsche am Wudong-Berg in Guangdong. Ab einem gewissen Alter sind die Teebäume einfach stabil und weitestgehend immun gegen Schädlinge. Die Bäume stehen häufig mitten im Wald umzingelt von anderen Pflanzen und Bäumen. Am Wudong-Berg bauen die Teebauern unter den Teebäumen mancherorts Gemüse an und schaffen damit ein gesundes und ausgewogenes Öko-Klima für die Teebäume. Sie danken es Ihnen mit einer sicheren Ernte und einem Blattmaterial von höchster Qualität. Da haben wir als Tee-Einkäufer ein Problem weniger. Allerdings tun sich in diesen Gebieten andere Fallstricke auf: Je nach Verarbeitung und Lagerung können weitere Schadstoffe in den Tee gelangen zum Beispiel durch Rauch von offenem Feuer oder durch die Tintenrückstände, die sich in Chinas Altpapier befinden. Sie können in den Tee gelangen, wenn der Tee direkt in Kartonagen aus Altpapier gelagert wird.

Wer wirklich sauberen und guten Tee in China einkaufen möchte, der kann sich mehr denn je auf eines einstellen: Harte Arbeit und zahlreiche Rückschläge. Doch wer nicht aufgibt, der wird Chinas Tee und seine Menschen in einmaliger Art und Weise kennenlernen.

Wir wünschen genussvolles Teetrinken und hoffen, dass wir unser Versprechen noch sehr lange einhalten können: Sauberer Tee in höchster Spitzenqualität – und das auch aus China! Christian Beck window.dojoRequire(["mojo/signup-forms/Loader"], function(L) { L.start({"baseUrl":"mc.us8.list-manage.com","uuid":"78e93a5d15fa01c7f73bc9199","lid":"a6c84b3e39","uniqueMethods":true}) })



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Instant Tea

ist ein Tee in Form von Pulver oder Granulat. Durch das Aufgießen mit heißem oder auch kaltem Wasser wird er gelöst und ergibt so das Teegetränk. Die häufig vermarkteten löslichen Tees haben einen hohen Anteil an Zuckerzusätzen und können Zahnschäden hervorrufen.