5. September 2011

Mein letzter Tag in der Provinz Hubei

Erste Aufgabe abgeschlossen

Abschiedsessen für Teekenner auf der Teefarm Dies ist mein letzter Tag hier in Hubei. Meine Arbeit ist getan, der Bericht für Teekenner wurde vorgestellt und heute Abend steige ich in den Zug nach Hangshou City, um mich weiteren Aufgaben von Teekener zu widmen. Obwohl ich es immer genieße, neue Orte zu entdecken und andere Menschen kennen zu lernen, bin ich gerade ein wenig traurig darüber, dass ich diese Teeplantage nun verlassen muss. Diese wunderbare Landschaft und die freundlichen Menschen muss man einfach ins Herz schließen.

Abschiedsessen auf Chinesisch

Natürlich wird ein “Good-Buy-Dinner” ausgerichtet. Familie, Freunde und Angestellte des Teebauern setzen sich zusammen an einen Tisch und wünschen sich gegenseitig eine weiterhin gute Zusammenarbeit. Dieses Ereignis ist – wie so viele in China – sehr traditionell. Zu Beginn und nach dem Essen wird grüner Tee gereicht, der aromatische Mao Jian, zunächst für die wichtigsten Gäste und schließlich auch für den, der ihn serviert. In diesem Fall bekomme ich zuerst, dann die Regierungsvertreter und Kunden, daraufhin die Angestellten und die Gastgeber. Mehr als ein Dutzend verschiedene Gerichte werden aufgetragen. Einige davon werden in die Mitte des Tisches auf Stövchen gestellt. Stäbchen, kleine Schüsseln und Porzellanlöffel dazu und in der Mitte des Tisches eine runde Scheibe, die sich drehen lässt. Für einen Chinesen keine Besonderheit, aber sehr erstaunlich für einen ausländischen Gast wie mich. Das wichtigste und vielleicht schwierigste Detail beim Essen ist das Heben des Glases. Beim ersten Mal wird es von allen gleichzeitig gehoben, bei den darauf folgenden Gelegenheiten prosten sich die Gäste gegenseitig zu, wobei die Reihenfolge eine wichtige Rolle spielt. Als erstes prostet man demjenigen zu, der das Mahl ausgerichtet hat, dann den anderen Gästen, wobei die Reihenfolge ihrem sozialen Status entspricht.
Es ist immer schwierig, sich die Namen und Berufe der acht bis zehn Gäste zu merken, die einem gleich zu Beginn nacheinander vorgestellt wurden. Es gibt einen Trick, den ich in solchen Situationen verwende (und den auch die Chinesen nutzen): Man kann jeder Person nacheinander im Uhrzeigersinn zuprosten während man steht, oder man merkt sich die Reihenfolge, in welcher der Gastgeber den Gästen zuprostet und kann diese dann mit kleinen Abweichungen übernehmen.
Es ist in China eine höfliche Sitte, dem Gast immer wieder anzubieten, etwas nachzunehmen und daher wird mir, sobald meine Schüssel leer ist, sofort bedeutet, von diesem oder jenen Gericht zu probieren.
Nach dem Essen werde ich meinen Koffer packen müssen. Aber ich werde wunderbar schlafen im Zug mit dem vielen, leckeren Essen im Bauch.