1. Oktober 2011

Teeverarbeitung in Zhejiang. Teil II

Teeverarbeitung ist mehr als nur Teetrocknung

Trocknung vom grünen Tee in der Teefabrik In Zhejiang ist die biologisch Herstellung vom grünen Tee nicht mit der Trocknung bei niedrigen Temperaturen getan: Hier wird der Tee außerdem sortiert, im Labor auf seine allgemeine und biologische Qualität hin untersucht und für Lagerung und Verkauf verpackt.

Tee wird sortiert...

Jeder dieser Schritte wird von hierfür ausgebildeten Arbeitern durchgeführt. Sortiert wird direkt nach der Trocknung. Spezielle Maschinen sortieren den getrockneten Tee nach Gewicht, Größe und Farbe. Tian Mu Qing Ding zum Beispiel hat dunklere und hellere Blätter, die in zwei unterschiedliche Qualitätsstufen sortiert werden. Dafür gibt es eine Maschine mit Laser. Um größere Blättern zu sortieren, werden Apparate mit Netzen benutzt. Leichtere Blätter werden mit Blasluft von den schwereren getrennt. In China kann jedes Kind hochwertigen von minderwertigen Tee unterscheiden, allein nach optischen Kriterien. Das ist der Grund, warum hier so viel Wert darauf gelegt wird, den grünen Tee nach visuellen Merkmalen zu sortieren.

Tee wird untersucht...

Das Labor, in dem unser Teekenner Tee untersucht wird, hat mich wirklich erstaunt. Dieser Raum mit den ganz in weiß gekleideten Menschen mit Anzügen, Masken, Schuhen und Handschuhen, die vielen Glaskolben und Röhrchen in ihren verschiedenen Vorrichtungen und ein Raum hinter Glas, den niemand betreten darf außer denen, die spezielle Anzüge tragen müssen, versetzt mich für einen Moment in eine andere Welt. Ist das alles notwendig, um grünen Tee zu untersuchen? Wenn man eine genaue Analyse durchführen möchte, auf jeden Fall. Von jeder Charge, die in der Teefabrik hergestellt wurde, wird eine Probe ins Labor gebracht. Diese wird auf verbotene Verunreinigungen untersucht sowie auf die entscheidenden Merkmale des Tees wie Feuchtigkeit, Farbe und Anzahl der Inhaltsstoffe (z.B. Koffein).

Wozu all diese Laboruntersuchungen?

Aber warum braucht man so ein teures Labor, um den grünen Tee auf verbotene Inhaltsstoffe zu untersuchen, wenn man ihn doch selbst anbaut? Die Antwort ist einfach: Wenn man es mit einem großen, mehrstufigen Produktionssystem für Lebensmittel zu tun hat, ist es kostengünstiger, die Qualität des Endprodukts sichern zu können, als viel Geld für Marketingmaßnahmen wie Schadensbegrenzung und Imagepflege aufgrund fälschlicher Bio-Qualität, Verlust von Kunden oder Qualitätseinbußen zu bezahlen. Dies ist natürlich ein Geschäftsmodell, dass sich eher langfristig auszahlt. Gibt es überhaupt etwas, womit mich diese Menschen hier nicht überraschen können?